Umstrukturierung zeigt Wirkung: Hoffnung für deutsche SEB

Umstrukturierung zeigt Wirkung
Hoffnung für deutsche SEB

Für die deutsche Tochter der schwedischen Bank SEB gibt es neue Hoffnung. SEB-Chefin Annika Falkengren sagte dem Handelsblatt, dass das Sorgenkind, das deutsche Privatkundengeschäft, jetzt „auf dem richtigen Weg“ sei.

STOCKHOLM. Im Gespräch mit dem Handelsblatt betonte die Chefin der schwedischen Großbank, Annika Falkengren: „Ich möchte das Deutschland-Geschäft behalten.“ Zwar arbeite man noch nicht sehr profitabel, „doch die Entwicklung der letzten Zeit ist phantastisch“, sagte sie.

Bislang galt das deutsche Privatkundengeschäft als Sorgenkind des Konzerns. Falkengren hatte deshalb der deutschen SEB AG bis Ende 2007 eine Frist gesetzt, um in die Gewinnzone zu kommen. Offenbar ist die Entwicklung nach einer Umstrukturierung und der klaren Verlagerung der Macht Richtung Stockholm so positiv, dass der Fortbestand der Bank auch dann gewährleistet ist, sollten die Ziele knapp verfehlt werden. „Selbst wenn das deutsche Geschäft immer noch schwächere Margen bringt, muss das nicht bedeuten, dass wir total unzufrieden sind. Vorher ist es noch schlechter gelaufen“, sagte Falkengren und kündigte an, dass man Ende des Jahres nicht nur auf die Zahlen, sondern auch auf deren Entwicklung schauen werde.

Bei Analysten in Stockholm steht ein Verkauf der deutschen SEB allerdings noch immer ganz oben auf der Wunschliste. „Wir haben eigentlich keine Verbesserungen notiert“, sagte Fredrik Gutenbrand von Cheuvreux in Stockholm.

Dass es großen Verbesserungsbedarf in Deutschland gibt, zeigt die Eigenkapitalrendite: Tatsächlich lag sie bei der deutschen SEB-Tochter in den zurückliegenden Jahren zwischen vier und sechs Prozent. Im Gesamtkonzern beträgt sie rund 20 Prozent. Analysten zweifeln deshalb daran, dass die Familie Wallenberg als Großaktionär der SEB rund 15 Prozent des Konzernkapitals in Deutschland bindet, während die Renditen andernorts viel höher sind.

Falkengren selbst muss bei einem eventuellen Verkauf der deutschen Tochter keinen Prestige-Verlust fürchten. Sie übernahm die Leitung des SEB-Konzerns erst im November 2005. Bereits sechs Jahre zuvor hatte die Bank überraschend die damalige Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) gekauft und in die SEB AG umgewandelt.Der Schritt verwunderte damals viele Analysten, galt doch die BfG als Gewerkschaftsbank, während die SEB zur mächtigen schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg gehört. Die Allianz zwischen Gewerkschaft und Großkapital gestaltete sich denn auch in den ersten Jahren deutlich schwieriger, als man wohl am Konzernsitz in Stockholm angenommen hatte.

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