Die viertgrößte US-Bank Wachovia hat nach enormen Abschreibungen wegen der Kreditkrise im zweiten Quartal einen überraschend schweren Verlust von 8,9 Mrd. Dollar erlitten. Einen Weg, Millionen Dollar einzusparen, hat der Finanzkonzern auch parat: Wachovia streicht die Dividende fast völlig zusammen.
HB CHARLOTTE. Die Abschreibungen belaufen sich auf mehr als sechs Mrd. Dollar (3,8 Mrd Euro). „Diese Ergebnisse sind enttäuschend und nicht akzeptabel“, räumte der Chef des Wachovia-Verwaltungsrates Lanty Smith am Dienstag laut einer Mitteilung in Charlotte (North Carolina) ein.
Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte die Bank noch einen Gewinn von 2,3 Mrd. Dollar erzielt. Mit der Kürzung der Dividende von 37,5 US-Cent auf nur noch fünf US-Cent je Aktie will Wachovia 700 Mill. Dollar einsparen. Die Bank steigt zudem komplett aus dem Hypotheken-Geschäft über Kreditvermittler aus. Die Verluste im zweiten Quartal fielen weit höher aus als von Experten erwartet und waren auch deutlich höher als von der Bank zuletzt angekündigt. Wachovia kündigte zudem die Streichung von 6350 Stellen und an.
Nach bereits früheren Milliardenbelastungen hatte Wachovia-Chef Ken Thompson im Juni seinen Hut nehmen müssen. Neu an der Spitze steht seit Anfang Juli der zuletzt als Staatssekretär im US-Finanzministerium tätige Robert Steel (56).
Nach der Mitteilung brach der Wachovia-Aktienkurs ein: Im vorbörslichen US-Handel notierten die Titel um mehr als zehn Prozent im Minus.

