Von politischer Seite oder den Aufsichtsbehörden ist kein Störfeuer zu erwarten. Der Gouverneur der italienischen Zentralbank, Mario Draghi, hat sich mehrmals für eine inneritalienische Konsolidierung der Banken ausgesprochen. Und auch die römische Regierung unter Ministerpräsident Romano Prodi befürwortet die Übernahme durch Unicredit, da so kein ausländischer Konkurrent zum Zug kommt.
Schließlich gilt Capitalia seit mehreren Jahren als nächstes Übernahmeziel auf dem italienischen Bankenmarkt. Auch ausländische Banken sollen sich für das Institut interessiert haben, das in den vergangenen Jahren eine beachtliche Kehrtwende hingelegt hatte.
Die Frage des zukünftigen Managements haben Unicredit und Capitalia gelöst, indem der bisherige Capitalia-Präsident Cesare Geronzi gemeinsam mit drei weiteren Direktoriumsmitgliedern seiner Bank in den Unicredit-Verwaltungsrat einzieht. Der Vorstandsvorsitzende von Capitalia, Matteo Arpe, muss dagegen im Zuge der Fusion seinen Posten räumen. Der Manager, der für die Kehrtwende der zuvor angeschlagenen Bank verantwortlich war, hat zum 31. Mai seinen Rücktritt eingereicht. „Der Verwaltungsrat hat Dr. Arpe ehrlich für seine außergewöhnlich fähige und entschiedene Arbeit der vergangenen fünf Jahre gedankt“, ließ Capitalia gestern wissen.
HVB-Aktionäre verlieren an Einfluss
Ein weiterer Knackpunkt war die Beteiligung an der einflussreichen italienischen Investmentbank Mediobanca, wo die beiden Institute gemeinsam auf 18 Prozent kommen. Diesen Anteil wollen die beiden Banken wohl deutlich senken.
Mit der Übernahme von Capitalia verwässert sich dagegen der Anteil der ehemaligen HVB-Aktionäre an Unicredit. So wird der Anteil der Münchener Rück von bisher 4,7 Prozent auf weniger als vier Prozent fallen, und auch die Beteiligung der Allianz, die bisher 3,1 Prozent an Unicredit hielt, wird nun auf 2,5 Prozent sinken. Dagegen wird die niederländische ABN Amro, die bisher 8,6 Prozent an Capitalia hält, immerhin mit 1,7 Prozent neuer ausländischer Aktionär.

