Die italienische Großbank Unicredit hat weiteren Zukäufe eine Absage erteilt. Mit neuen Akquisitionen nach der deutschen HVB und der italienischen Capitalia sei nicht zu rechnen, sagte Unicredit-Chef Alessandro Profumo am Mittwoch. Es gehe zunächst darum, die erworbenen Banken in den Konzern einzubauen.
HB MÜNCHEN. Unicredit hat den heimischen Rivalen Capitalia für rund 22 Mrd. Euro geschluckt und steigt damit zur zweitgrößten Bank der Euro-Zone auf. Eine ähnliche Summe hatten die Mailänder vor zwei Jahren schon für die Münchner HVB auf den Tisch gelegt.
Signifikante Belastungen durch die US-Hypothekenkrise, die in Deutschland einige Banken massiv in Mitleidenschaft gezogen hat, sieht Profumo nicht. In den kritischen Märkten sei die Unicredit mit 354 Mill. Euro engagiert, bekräftigt er. Insgesamt seien die europäischen Banken sicherlich geringer als ihre US-Konkurrenten betroffen. Die Krise könne manchem Institut aber auch die Chancen bieten. Zuletzt wurden in der Branche für Übernahmen vergleichsweise hohe Preise gezahlt.
Zur Unicredit-Gruppe gehört über die HVB auch die Direktbank DAB. Diese solle nicht von der Börse genommen werden, versicherte Profumo. Reuters-Informationen zufolge gibt es in Mailand aber Überlegungen, die restlichen Aktionäre gegen eine Abfindung aus der Tochter zu drängen. Dies hat die Unicredit bei der HVB bereits beschlossen, obwohl derartige Pläne auch lange verneint wurden. Die DAB könnte zudem mit der Fineco, einer anderen Direktbank im Konzern, zusammengelegt werden. Ein solcher Schritt könne wertsteigernd sein, sagte Profumo. Im Konzern sei dies aber momentan nicht das größte Thema.

