Die italienische Großbank muss neue Aktien für rund drei Milliarden Euro ausgeben. Zudem streicht der Konzern die Bar-Dividende für 2008 und senkt die Gewinnprognose deutlich. Die Aktie wurde zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt und liegt inzwischen zweistellig im Minus.
HB DÜSSELDORF. Die italienische Großbank rückt wegen des zunehmend schwieriger werdenden Umfelds von ihren Prognosen für 2010 ab. Es sei schwierig, einen Geschäftsausblick zu geben und die Prognosen zu bestätigen, sagte der Alessandro Profumo, Vorstandsvorsitzender der Unicredit. Die Großbank senkte die Prognose für den Gewinn je Aktie von 52 auf 39 Cent.
Für das dritte Quartal rechnet das Institut mit Abschreibungen von 700 Mill. Euro vor Steuern. Profumo fügte hinzu, dass sich dieser Wert auf den Zeitraum bis Mitte September bezieht und der Kollaps von Lehman Brothers darin nicht enthalten sei. UniCredit muss im kommenden Jahr rund 26 Mrd. Euro refinanzieren. Damit sei der Refinanzierungsbedarf im kommenden Jahr geringer als 2008, sagte UniCredit-Chef Alessandro Profumo bei einer Analystenkonferenz. Zuvor hatte UniCredit-Verwaltungsrat Chef Dieter Rampl Profumo die „volle Unterstützung und das volle Vertrauen“ ausgesprochen.
Die UniCredit hatte am Sonntagabend bekannt gegeben, neue Aktien für rund drei Mrd. Euro ausgeben zu müssen. Zudem streicht der Konzern die Bar-Dividende für 2008 und will die Aktionäre stattdessen mit eigenen Aktien am erwarteten Gewinn von 5,2 Mrd. Euro beteiligen. Im Rahmen des Restrukturierungsplans will die Bank weniger Filialen eröffnen als geplant und außerdem das Investmentbanking umbauen.
In der Analystenkonferenz kündigte Profumo zudem an, die Kosten weiter senken zu wollen, die Investmenbanksparte umbauen zu wollen und im kommenden Jahr in Osteuropa erst einmal keine weiteren Filialen zu eröffnen.

