Die italienische Großbank UniCredit hat der Finanzkrise im zweiten Quartal getrotzt. Der Überschuss kletterte vielmehr um knapp vier Prozent auf 1,87 Mrd. Euro, wie die viertgrößte europäische Bank am Freitag mitteilte.
HB MAILAND. Anders als viele Rivalen in Europa und vor allem den USA kämpfen die Mailänder Großbank UniCredit nicht mit Verlusten oder Gewinnrückgängen. Der Überschuss kletterte auf vergleichbarer Basis vielmehr um knapp vier Prozent auf 1,87 Mrd. Euro, wie die viertgrößte europäische Bank am Freitag mitteilte. Analysten hatten nur mit 1,67 Mrd. Euro gerechnet.
Um die Belastungen aus der Finanzkrise zu minimieren, hat die UniCredit ihr Portfolio mit forderungsbesicherten Wertpapieren im zweiten Quartal um 1,1 Mrd. auf noch 11,6 Mrd. Euro reduziert. Die Lasten waren zu Jahresbeginn vor allem bei der deutschen Tochter HVB angefallen, wo das Investmentbanking der Gruppe gebündelt wird. Die Münchner wollen am Montag ihre Quartalszahlen veröffentlichen.
Vorstandschef Wolfgang Sprißler sagte diese Woche aber bereits, die HypoVereinsbank (HVB) habe im zweiten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Es seien keine weiteren Belastungen aus der Finanzkrise aufgetreten. Zu Jahresbeginn hatten die Börsenturbulenzen die HVB mit voller Wucht erfasst. Kam sie bis dahin ohne größere Blessuren davon, wurde sie im ersten Quartal mit 282 Mill. Euro in die roten Zahlen gedrückt. Dabei schlug die Kapitalmarktkrise allein mit knapp 550 Mill. Euro zu Buche.
Die ebenfalls zur UniCredit gehörende Bank Austria wies für das zweite Quartal wegen eines negativen Handelsergebnisses und gestiegener Kosten einen geringeren Gewinn aus. Unter dem Strich verdiente Österreichs größte Bank 651 (Vorjahr 674) Mill. Euro. Rund 60 Prozent davon kommen aus dem Osteuropa-Geschäft.

