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22.07.2008 
Fannie und Freddie

US-Börsenaufsicht im Alarmzustand

Die US-Aufsichtsbehörde Ofheo erwartet bei den beiden halbstaatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac weitere Abschreibungen. Druck drohe den beiden Banken von Hypothekenpapieren nicht erstklassiger Bonität, die beide aufgekauft haben.

Bei den kriselnden Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac stehen offenbar weitere Abschreibungen an. Foto: apLupe

Bei den kriselnden Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac stehen offenbar weitere Abschreibungen an. Foto: ap

NEW YORK. Die nicht garantierten Anleihen büßen am Markt zunehmend an Wert ein, da Investoren ihr Geld in sicherere Anlagen umschichten. Vom Kursverfall betroffen sind Hypothekenanleihen im Volumen von 217 Mrd. Dollar (284 Mrd. Euro), die ohne die Garantie eines halbstaatlichen Hypothekenfinanzierers sind. Dies hatte das Office of Federal Housing Enterprise Oversight (Ofheo) in seinem Jahresbericht zum Hypothekenmarkt erklärt.

Darüber hinaus kommt den US-Steuerzahler die Rettung der angeschlagenen Hypothekenfinanzierer wohl teuer zu stehen. Der amerikanische Rechnungshof kalkuliert diesbezüglich mit 25 Milliarden Dollar. Allerdings hieß es in einer am Dienstag vorgestellten Analyse auch, dass bis Ende 2009 erst gar keine Kosten erwartet würden.

Fannie Mae und Freddie Mac hatten in den Jahren 2004 und 2005 "kräftig" in bonitätsschwache Hypothekenpapiere aus den Bereichen Subprime und Alt-A investiert, die andere Emittenten aus der Finanzwirtschaft ausgegeben haben. Beide Institute seien dadurch "erheblich stärker" Wertverlusten ausgesetzt, die auf sinkenden Kursen beruhen, so Ofheo. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde entfallen 15 Prozent des Hypothekenkreditvolumens in den Büchern von Freddie und Fannie auf Kredite nicht erstklassiger Bonität. Einen Anteil von 9,2 Prozent hätten Subprime-Papiere, also Kredite von Schuldnern mit schwächerer Bonität.

Papiere aus dem sogenannten Alt-A-Bereich hätten einen Anteil von 5,8 Prozent. Diese Kategorie bezeichnet Schuldner mit guter Bonität, die sich bei der Kreditvergabe aber für Sonderkonditionen entschieden haben. Dazu zählen Vereinbarungen, nach denen der Kreditkunde sein Einkommen nicht nachweisen muss oder die Anzahlung mit Zeitverzögerung vornehmen kann.

Am Markt werden Hypothekenanleihen aus den Bereich Subprime und Alt-A bereits zu beispiellos niedrigen Kursen gehandelt oder sie haben sich von ihren Tiefständen bislang nur geringfügig erholt. Die Investmentbank JP Morgan Chase warnt vor weiteren Wertverlusten. Banken kauften bestimmte Wertpapiere nicht mehr und räumten sie aus den Portfolios.

Freddie Mac drohen daher laut einer Analyse von Credit Suisse Verluste von bis zu 24 Mrd. Dollar aus Investments in Wertpapieren aus den bonitätsschwachen Bereichen. Bislang bezeichne der Hypothekenfinanzierer die Wertverluste als "temporär". Das Management gehe davon aus, dass die investierten Summen wieder in die Kasse kämen, wenn bei den Schuldverschreibungen die Rückzahlung anstehe.

"Freddie Mac hat sich etwa doppelt so stark in dem Bereich engagiert wie Fannie Mae", sagt Analyst Moshe Orenbuch von Credit Suisse im Gespräch mit Bloomberg News. Seit Freddie Mac wegen der Finanzkrise Verluste von 18 Mrd. Dollar ausgewiesen hat, hätten sich die Marktbedingungen sogar noch verschlechtert. Bloomberg

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