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18.08.2005 
Geldgeber lassen Finanzinvestor freie Hand

US-Fonds Blackstone bekundet Interesse an deutschen Banken

Der amerikanische Finanzinvestor Blackstone erwägt Beteiligungen an deutschen Finanzinstituten. „Wir interessieren uns für Zukäufe im Bankensektor“, sagte Hanns Ostmeier, Geschäftsführer von Blackstone in Deutschland im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten.

lip HAMBURG. Dabei könne sich der weltweit tätige US-Fonds vorstellen, zeitweise als Investor bei einer deutschen Großbank einzusteigen, der bislang keinen strategischen Bankenpartner gefunden habe. „Es ist denkbar, dass wir uns bei einer Bank engagieren und unseren Anteil nach einiger Zeit wieder verkaufen, bis wir für das Institut einen geeigneten Bankenpartner gefunden haben“, erklärte Ostmeier.

Branchengerüchte, wonach der US-Investor Interesse am Erwerb der Frankfurter Commerzbank AG hat, wollte Ostmeier nicht kommentieren. Seit Wochen beflügeln Übernahmegerüchte den Kurs der Großbank. Zuletzt war die französische BNP Paribas als mögliche Interessentin gehandelt worden. Ostmeier wollte sich zudem auch nicht dazu äußern, ob Blackstone Interesse am Erwerb der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) habe. Der Baufinanzierer BHW und die BGAG wollen sich von ihren Anteilen an der AHBR trennen und haben ein Bieterverfahren eingeleitet.

Laut Ostmeier hat Blackstone bei Investments in Geldhäuser gegenüber Konkurrenten klar einen Wettbewerbsvorteil. Der Grund: Der Fonds unterliegt keinen Beschränkungen seiner Anleger: „Unsere Geldgeber erlauben uns, dass wir bei Banken einsteigen“, sagt Ostmeier. Viele Konkurrenten müssten hingegen einen Bogen um den Finanzsektor machen, weil ihre Geldgeber selbst im Bankgeschäft tätig seien. Sie wollen damit Interessenkollisionen vermeiden.

Der Investor Blackstone ist bereits mehrfach auf dem deutschen Markt aktiv geworden. So kontrolliert der Fonds unter anderem die Kronberger Chemiefirma Celanese und hatte zuletzt für mehr als 1,3 Mrd. Euro rund 31 000 Wohnungen von der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft WCM erworben. Vor zwei Jahren hatte sich Blackstone ferner für den Münchener Fernsehsender Pro Sieben Sat 1 Media AG interessiert. Das Rennen machten aber der US-Investor Haim Saban und andere Fonds. Sie verkauften vor kurzem ihre Anteile an die Axel Springer AG .

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