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08.09.2008 
Verstaatlichung der Hypothekengiganten

US-Senat will Anhörung zu Fannie und Freddie

Die von US-Präsident George W. Bush angekündigte Verstaatlichung der beiden angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac wird ein politisches Nachspiel im Kongress haben. Der Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Christopher Dodd, kündigte eine Anhörung zu dem Rettungsplan an.

 Die US-Regierung wird die Kontrolle der  vom Absturz bedrohten Hypothekenbanken  Fannie Mae und Freddie Mac übernehmen. Foto: ReutersLupe

Die US-Regierung wird die Kontrolle der vom Absturz bedrohten Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac übernehmen. Foto: Reuters

HB WASHINGTON. "Es gibt da noch viele offene Fragen", teilte Dodd mit. "Wir müssen mehr darüber erfahren, warum sich die Regierung zu diesem Kurswechsel entschieden hat." Schließlich habe die Regierung noch vor wenigen Wochen erklärt, dass eine Übernahme der beiden halbstaatlichen Baufinanzierer wohl nicht notwendig sei.

Die nun angekündigte Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac könnte die US-Steuerzahler nach Schätzungen von Finanzexperten bis zu 25 Milliarden Dollar kosten. Die Intervention wird vermutlich die teuerste staatliche Sanierungsmaßnahme für den Privatsektor in der US-Geschichte, meinte der Wirtschaftsexperte Lawrence White (Universität New York) in der "New York Times". "Faktisch bedeutet das eine staatliche Übernahme der Immobilien-Giganten", kommentierte das "Wall Street Journal" den staatlichen Eingriff.

US-Präsident George W. Bush verteidigte die drastische Maßnahme mit der Begründung, dass die beiden Hypothekenfinanzierer "ein inakzeptables Risiko für das Finanzsystem im weiteren Sinne und für unsere Wirtschaft" dargestellt hätten. Die Firmen müssten auf eine solide finanzielle Basis gestellt und ihre Geschäftpraktiken reformiert werden.

Die Märkte reagierten erleichtert auf die Ankündigung: In Japan verbuchte die Börse deutliche Kursgewinne. Auch der Deutsche Aktienindex (Dax) legte vorbörslich um drei Prozent zu, vor allem für Bankaktien ging es aufwärts. Die US-Futures deuteten auf einen Kurssprung an der Wall Street hin.

Die US-Regierung will mit ihrer einmaligen Rettungsaktion die schwer angeschlagenen Hypothekenbanken retten und eine bedrohliche Krise des US-Finanzmarktes vermeiden. In den vergangenen Monaten hatte eine Rekordzahl von Hausbesitzern ihre Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen können. Die Hauspreise brachen an vielen Orten zusammen, zahlreiche Häuser mussten zwangsverkauft werden. Banken mussten aufgeben.

Die beiden bisherigen Unternehmenschefs Daniel Mudd und Richard Syron werden ihre Posten verlieren. Zwei vom Staat eingesetzte Verwalter sollen die Leitung der Immobilien-Giganten übernehmen und mit Milliarden aus dem Staatshaushalt für eine Stabilisierung sorgen. Die Hypotheken-Banken gehören aber weiterhin den alten Aktionären und nicht dem Staat.

Fannie Mae und der kleinere Finanzierer Freddie Mac stehen mit einem Volumen von mehr als fünf Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) hinter jedem zweiten US-Hauskredit. Beide Unternehmen haben in der Vergangenheit zahlreiche Immobilienkredite kleiner regionaler Banken, die in Finanzierungsnöte geraten waren, aufgekauft.

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