Vatikanbank IOR: Papst ernennt neuen Bank-Chef

Vatikanbank IOR
Papst ernennt neuen Bank-Chef

Eine der letzten Amtshandlungen des scheidenden Papsts Benedikt XVI. gilt der Bank des Kirchenstaats. Ein Belgier rückt wohl an die Spitze des Geldhauses IOR, Vorsitzender des Verwaltungsrates wird ein Deutscher.
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DüsseldorfSeit vergangenem Mai ist die Vatikanbank IOR ohne Chef. Da wurde Ettore Gotti Tedeschi aus dem Amt gejagt. Eigentlich hatte der frühere Italien-Chef der spanischen Santander-Bank und Ethik-Experte Ruhe, Ordnung und Transparenz in die Bank bringen. Doch schnell geriet er in den Verdacht, selbst bei Finanztransaktionen die Namen der wahren Auftraggeber verschwiegen und damit gegen ein Gesetz gegen Geldwäsche verstoßen zu haben. Das Verfahren läuft, der Beschuldigte streitet jede Schuld ab.

Jetzt soll schnell ein Nachfolger gefunden werden. Mehrere italienische Medien melden übereinstimmen, voraussichtlich werde der Nachfolger Tedeschis der Belgier Bernard De Corte, der früher unter anderem für die Investmentfirma Bredrode tätig war.

Auch Interimspräsident Ronaldo Hermann Schmitz, der von der Deutschen Bank kommt, verlässt die Bank. An seine Stelle rückt in den Verwaltungsrat ein anderer Deutscher nach: Ernest von Freyberg. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Il Sole-24ore. Freyberg ist Chef der Finanzboutique DC Advisory Partners GmbH und hat Erfahrungen als Banker in Deutschland und London.

Die Ernennung soll noch vor dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar geschehen, heißt es im Vatikan. Bestätigt wurde die Ernennung jedoch noch nicht.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte allerdings, dass „in Kürze“ ein neuer Bank-Chef gefunden sein werde, auf jeden Fall vor dem Rücktritt Benedikts. Dritter Kandidat für die Führungsposition ist der Italiener Antonio Maria Marocco. Der Vatikan hatte bei der Suche nach einem Banker für die IOR die Frankfurter Headhunter-Agentur Spencer & Stuart eingeschaltet.

Die geheimnisumwitterte Vatikanbank ist in der Finanzkrise in die Verlustzone geraten. In der konsolidierten Bilanz fehlten fast 15 Millionen Euro, wie aus der im vergangenen Juli veröffentlichten Bilanz hervorgeht.

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  • Und jetzt muß es schnell gehen. Wahrscheinlich lebt Herr Ratzinger so gerne wie ich. Was geht jetzt ab????
    Es gibt katholische Fundamentalisten die sagen "der Teufel" herrscht im Vatican.
    Ich glaub es ist eher der Mammon......

  • Die Bank ist bekannt als Geldwäsche-Instrument, da der Staat Vatikan als "Rechtsraum" schützend dahinter steht. Gerüchten / Mutmaßungen zufolge sollen die dunklen Machenschaften um diese Bank den Papst zur Resignation (im wahrsten Sinne des Wortes) getrieben haben.
    Das ist wohl der Dienst, den er für seinen Nachfolger leistet.

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