Ein Mitglied des Verwaltungsrates der mit der Deutsche-Börse-Tochter Eurex fusionierten US-Optionsbörse ISE steht unter dem Verdacht des Insiderhandels. Die US-Staatsanwaltschaft und die US-Börsenaufsicht SEC ermitteln.
HB NEW YORK. Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft vom Donnerstag ist eine Klageschrift gegen den Vice Chairman der ISE, John Marshall, und zwei seiner Finanzberater und Geschäftspartner bei einem New Yorker Gericht eingereicht worden. Auch die US-Börsenaufsicht SEC ermittle gegen die drei.
Marshall werde vorgeworfen, seine Position bei der ISE missbraucht zu haben, um vertrauliche Unterlagen vor der Fusion mit der Eurex an seine beiden Geschäftspartner weiterzugeben. Diese hätten daraufhin mit Aktien und Optionen der ISE spekuliert und hätten damit illegale Gewinne von mehr als einer Million Dollar gemacht. Die drei Beschuldigten führen zusammen die Beraterfirma Marshall Tucker & Associates. Die ISE war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Durch den Ende 2007 genehmigten Zusammenschluss von Eurex und ISE entsteht der größte transatlantische Handelsraum für Aktien- und Aktienindexderivate. Der Kaufpreis für ISE, nach eigenen Angaben die größte Aktienoptionsbörse der Welt, lag bei umgerechnet rund zwei Mrd. Euro.

