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21.08.2008 
Fusionspoker um Dresdner Bank

Verhandeln mit Hochdruck

von Robert Landgraf und Hans G. Nagl

Im Fusionspoker um die Dresdner Bank arbeiten die Top-Manager von Allianz und Commerzbank mit Hochdruck an einer Lösung. Am Donnerstag treffen sich die Vorstände beider Häuser erneut zu Verhandlungen. Die hochkarätige Besetzung ist ein klarer Hinweis für die Ernsthaftigkeit der Treffen.

Spätestens seit Mitte Juni prüfen Commerzbank und Dresdner Bank, beziehungsweise Allianz gegenseitig ihre Bücher. Foto: apLupe

Spätestens seit Mitte Juni prüfen Commerzbank und Dresdner Bank, beziehungsweise Allianz gegenseitig ihre Bücher. Foto: ap

FRANKFURT. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, seien für nächste Woche bereits weitere Sitzungen von Allianz und Commerzbank auf Vorstandsebene anberaumt. "Man sollte das bevorstehende Treffen aber nicht mit einer Entscheidung verknüpfen", sagte ein Insider. Eine andere Quelle sprach von einem "Arbeitstreffen", von dessen Art es bereits mehrere gegeben habe. Commerzbank, Allianz und Dresdner Bank lehnten eine Stellungnahme ab.

Die hochkarätige Besetzung der Verhandlungen muss aber als klarer Hinweis für ihre Ernsthaftigkeit gewertet werden. Zumal die von der Allianz vorangetriebene Aufspaltung der Dresdner Bank zum 31. August unmittelbar bevorsteht. In Finanzkreisen hatte es zuletzt geheißen, ein Zusammenschluss von Dresdner und Commerzbank nach diesem Datum werde deutlich schwerer. "Man hätte danach zwar de facto die gleiche Transaktion", hatte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Wochenende gesagt. "Aber es wäre die doppelte Arbeit."

Hintergrund ist die von Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter forcierte Ausgliederung des Privat- und Firmenkundengeschäfts (PCC) in eine eigene Einheit. In der alten Dresdner Bank AG verbliebe neben Zentralfunktionen nur die Investmentbank Dresdner Kleinwort (DKIB). Die Zusammenführung der beiden Einheiten mit der Commerzbank würde unter anderem rechtlich einen deutlich erhöhten Aufwand verursachen. Hinzu kämen einem Insider zufolge steuerliche Gründe.

Die Dresdner Kleinwort hat der Allianz seit Beginn der Finanzkrise rund drei Mrd. Euro Belastungen beschert. Die Allianz-Investoren bedrängen Konzernchef Michael Diekmann deshalb, das Engagement im Bankgeschäft zu verringern. Zumal die 2001 für 24 Mrd. Euro gekaufte Dresdner bereits mehrfach die Erwartungen der Münchener massiv enttäuscht hat - und seit Beginn der Finanzkrise wieder rote Zahlen schreibt.

Spätestens seit Mitte Juni prüfen Commerzbank und Dresdner Bank beziehungsweise Allianz gegenseitig ihre Bücher. Diese Due Diligence wird allerdings von den anhaltenden Turbulenzen an den Märkten erschwert. Hinzu kommen das umfangreiche Engagement der Commerzbank im Immobilienbereich sowie das große Volumen an strukturierten Produkten bei der Dresdner. Unklar ist, ob die Gespräche der Commerzbank mit der Allianz exklusiv sind. Bis vor kurzem wurden noch die Namen angeblich anderer Verhandlungspartner kolportiert, darunter die China Development Bank (CDB).

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