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26.08.2008 
Entscheidung am Sonntag

Verkauf der Dresdner Bank auf der Zielgeraden

von Frank M. Drost, Robert Landgraf und Hans G. Nagl

Im Fusionspoker um die Dresdner Bank läuft alles darauf hinaus, dass die Beteiligten zum Monatsende ihre Karten auf den Tisch legen. Zwei Interessenten sind noch im Rennen: Die Commerzbank und die China Development Bank. Nach Ansicht von Insidern haben die Deutschen die Nase vorn, die Chinesen aber das wirtschaftlich attraktivere Angebot.

Logo der Dresdner Bank. Foto: ap Lupe

Logo der Dresdner Bank. Foto: ap

Im Fusionspoker um die Dresdner Bank läuft alles darauf hinaus, dass die Beteiligten zum Monatsende ihre Karten auf den Tisch legen. Für das kommende Wochenende sei mit außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen sowohl bei der Commerzbank als auch bei der Allianz zu rechnen, sagten mehrere Insider dem Handelsblatt gestern, "Das geht jetzt in den Endspurt", hieß es. Einladungen für die Treffen der Kontrollgremien dürften kurzfristig verschickt werden. Allianz, Dresdner und Commerzbank lehnten eine Stellungnahme ab.

Der Aufsichtsrat der Allianz wird voraussichtlich am Sonntag auf Vorschlag des Managements entscheiden, wer den Zuschlag für die Dresdner Bank erhält. Noch sei das Rennen offen, sagte ein Banker. Neben der Commerzbank werde nach wie vor parallel mit der China Development Bank (CDB) verhandelt. Diese hätte bei einem Zuschlag mit der Dresdner Kleinwort (DKIB) zum einen Zugriff auf eine europaweit bekannte Investmentbank. Zum anderen könnten die Chinesen Expertise im Privatkundengeschäft sammeln.

Investoren drängen Allianz-Chef Michael Diekmann nach den erneuten Milliardenverlusten der Dresdner, sich aus dem Bankgeschäft zurückzuziehen. 2001 hatte die Allianz die Dresdner für 24 Mrd. Euro gekauft. Seitdem ist sie das Sorgenkind des Versicherers.

In jedem Verkaufsszenario dürfte die Allianz aber zunächst einen Anteil von unter 30 Prozent an der Bank behalten, um sich den Vertriebskanal zu sichern. Analysten schätzen den Wert des Instituts auf acht bis neun Mrd. Euro - das ist deutlich weniger, als vermutlich noch in den Büchern des Versicherungskonzerns steht.

Rein wirtschaftlich betrachtet ist die Offerte der Chinesen Finanzkreisen zufolge attraktiver als die der Commerzbank. Auch könnte sich die Allianz mit einem Zuschlag für die CDB den Zugang zum chinesischen Versicherungsmarkt verschaffen. Demgegenüber stünden womöglich massive politische Widerstände. "Stand heute hat die Commerzbank die Nase leicht vorne", sagte ein Insider.

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