Der Verkauf der Bundesbeteiligung in Höhe von 38 Prozent an der IKB war offensichtlich eine der Bedingungen, zu denen die Kreditwirtschaft bereit war, an der milliardenschweren Rettungsaktion für das Institut mitzuwirken.
BERLIN. Bankenkreise bestätigten diese Einschätzung. Indirekt geht das auch aus dem Protokoll über die Unterrichtung des Verwaltungsrates der KfW vom 29. Juli 2007 hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Dort ist beispielsweise von einem „Besserungsschein“ für die privaten und öffentlichen Banken die Rede. „Im Fall eines Verkaufs der IKB würden sie auf Grundlage noch festzulegender Bedingungen am Erlös beteiligt“, wird in dem Protokoll erläutert.
Auf einer nicht öffentlichen Sondersitzung des Bundestagsfinanzausschusses standen am Dienstag Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Bundesbank-Chef Axel Weber, der Präsident der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, und die KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier den Abgeordneten zu den Schwierigkeiten bei der IKB und den Folgen der US-Immobilienkrise Rede und Antwort. Steinbrück sagte unlängst, der Verkauf der IKB sei „kein Tabu“. Der Bund ist über die staatliche KfW Bankengruppe an der IKB beteiligt. Vor der IKB-Krise hatte die KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier einen Anteilsverkauf noch kategorisch ausgeschlossen.
Die IKB, an der die KfW einen Anteil von 38 Prozent hält, war das erste prominente Opfer in Deutschland, das wegen der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt in schwere Turbulenzen geriet. Die gesamte Kreditwirtschaft beteiligte sich an einer Rettungsaktion für die IKB. Die Verbände der privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken und die KfW verständigten sich darauf, maximal einen Verlust von 3,5 Mrd. Euro zu tragen.
Bild für Bild: Wo die KfW schon überall stützend eingegriffen hat
Wie aus dem Verwaltungsrats-Protokoll der KfW hervorgeht, hatte KfW-Chefin Matthäus-Maier die Unterstützung der KfW davon abhängig gemacht, dass sich die übrige Kreditwirtschaft „an der Risikoabschirmung beteilige, und zwar zu einem Anteil von mindestens 30 Prozent“. So geschah es denn auch.
Nach Angaben von BaFin-Chef Sanio gab es nur zwei Möglichkeiten, auf die Krise der IKB zu reagieren. Die Illiquidität des Instituts festzustellen mit der Folge eines Moratoriums oder das Einstehen der KfW als größter Einzelaktionär. Sowohl Steinbrück als auch Sanio äußerten laut Protokoll die Befürchtung, dass sich eine durch ein Moratorium ausgelöste Bonitätskrise der IKB schnell zu einer systemischen Finanzkrise ausweiten könnte. „Herr Sanio sprach in diesem Zusammenhang von der möglicherweise größten Krise des deutschen Kreditgewerbes seit 1931“, heißt es im Protokoll. Bundesbank-Chef Weber distanzierte sich später von dieser Einschätzung.
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