Der Verkaufsprozess der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB
zögert sich hinaus. Anders als bisher von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) angekündigt ist der Prozess mit dem 12. Mai noch nicht abgeschlossen.
ax/bas/pk/rob/saf FRANKFURT. Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen sollen nur "erhärtete" Angebote abgegeben werden. Auf deren Basis soll die Bieterzahl begrenzt und weiter verhandelt werden. Dann erst sollen die letzten Angebote folgen.
Die KfW, die derzeit gut 45 Prozent an der IKB
hält, wollte sich dazu nicht äußern. Ein Sprecher sagte lediglich: "Der Kaufprozess läuft planmäßig weiter." Finanzminister Peer Steinbrück hatte Anfang April davon gesprochen, die Angebotsfrist für die IKB
ende am 12. Mai.
Die zusätzliche Phase im Verkaufsprozess könnte der KfW Zeit einräumen, den derzeit neun Interessenten mehr Informationen über die Mittelstandsbank zur Verfügung zu stellen. Denn derzeit sind zumindest einige potenzielle Bieter unzufrieden mit dem Verkaufsprozess. "Das, was man da einen Datenraum nennt, ist eher spärlich", heißt es in Bieterkreisen. "Da sind wir nicht zufrieden mit dem Prozess."
Unter anderem hat die IKB
lediglich ihre Geschäftszahlen bis Ende September vergangenen Jahres veröffentlicht. Der Grund für die Verspätung ist die nachträgliche Berichtigung ihres Jahresabschlusses 2006/07. Die IKB
hatte sich mit Verbriefungsgeschäften verhoben und war in Folge mit rund 8,5 Mrd. Euro von Regierung, KfW und Bankenverbänden vor dem Zusammenbruch gerettet worden.
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Unklar ist im Verkaufsprozess wohl auch noch, welcher Anteil der milliardenschweren Wertpapierportfolien der Bank als sogenannte Bad Bank getrennt vom Kerngeschäft verkauft werden soll. Ebenfalls offen ist, auf wie viel Prozent der Anteil der KfW im Zuge der IKB
-Kapitalerhöhung steigen wird, die bis Ende Juli abgeschlossen sein wird. Er könnte auf über 90 Prozent steigen.
Die ursprüngliche Preisvorstellung der Regierung von 800 Mill. Euro wird von einigen Bietern als nicht annähernd erreichbar bezeichnet. Der Kauf bringe "nicht unerhebliche Transaktionsrisiken" mit sich.
Institute wie die Landesbank Baden-Württemberg hätten deswegen statt eines Kaufs der Bank die Strategie eingeschlagen, ganze Teams aus der IKB
herauszukaufen. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU), zugleich KfW-Verwaltungsratsmitglied, und auch Finanzminister Steinbrück hatten aber bereits gesagt, zu einem "schlechten Preis" werde die IKB
nicht verkauft.

