Direkt mit einer solch großen Summe einzusteigen, ist aber nicht immer das Richtige, meint Ognibeni: "Am besten ist es, erst mal im kleinen Kreis und mit kleinem Budget Dinge auszuprobieren."
Ohnehin mag mancher Kleinunternehmer oder Mittelständler nicht so viel Geld aufwenden. Deshalb tritt auch der Chef selbst vor die Kamera. So wie Thomas Meyer zu Drewer, Deutschland-Chef der Indexfondsgesellschaft Lyxor: "Sie können eigentlich nur einen Fehler machen mit Videoclips - und das ist zu versuchen, lustig zu sein. Das funktioniert nie", meint er.
Vier Tage lang drehte er täglich bis spät in die Nacht einen Film, der Anlegern die Vorzüge von Indexfonds begreiflich machen soll. In James-Bond-Manier steht er auf dem Dach eines Frankfurter Hochhauses und bedient vor der Skyline einen fiktiven Kommandostand für Börsenstrategien. "Viel Zuspruch und Lob" habe er bekommen, sagt Meyer zu Drewer.
Neutrale Web-Kenner sehen solch eine Personalisierung skeptisch: "Dazu gehört eine gewisse, kritische Selbstreflexion", sagt Podcast-Berater Wunschel: "Wenn das Management sich stolz vor die Kamera stellt, geht das oft schief. Denn es traut sich niemand, Kritik zu üben." Wunschel rät: "Wenn es darum geht, die Marke zu stärken, sollte man solche Auftritte besser lassen."
Lyxor-Chef Meyer zu Drewer allerdings hat bei seinem Imagefilm einen Mehrwert ausgemacht, der nicht auf den ersten Blick ins Auge fällt: "Der Pförtner erkennt mich jetzt sofort und ich komme immer direkt rein."

