Der französische Versicherer Axa liegt auch nach seinen jüngsten Milliarden-Akquisitionen weiter auf der Lauer "nach Zukäufen in allen großen Regionen." Konzernchef Henri de Castries sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt "Wir schauen weiter nach passenden Gelegenheiten". Angst, sich zu übernehmen hat er nicht.
DÜSSELDORF. "Das Argument höre ich schon, seitdem ich bei der Axa bin, und das sind schon 18 Jahre", sagte de Castries. Erst vor wenigen Monaten haben die Franzosen die Schweizer Winterthur-Versicherungsgruppe für rund acht Milliarden Euro gekauft. Am Freitag gab Axa nun ein Joint-Venture in Italien bekannt. Für 1,5 Mrd. Euro erwirbt der französische Marktführer die Hälfte der Versicherungstöchter der ältesten Bank der Welt, der Monte dei Paschi di Siena.
Wichtig ist dabei insbesondere die getroffene Vertriebskooperation. In Italien werden Lebensversicherungen ebenso wie in Frankreich zu rund 60 Prozent über Bankschalter vermittelt. Angesichts der starken Stellung der Monte dei Paschi auf dem italienischen Markt ist sie für den Axa-Chef "der perfekte Partner". Der Versicherungsmarkt in Europa ist weitgehend gesättigt. Deshalb herrscht ein starker Verdrängungswettbewerb. Die großen Gesellschaften sind daher bei Zukäufen vor allem auf neue Vertriebskapazität aus.

