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04.03.2008 
Trotz satter Dividende

Versicherer Ergo erwartet weniger Gewinn

Deutschlands zweitgrößter Erstversicherer Ergo rechnet für 2008 mit einem drastischen Gewinnrückgang. Das hat zwar mit dem Ausland, aber kaum mit der Subprime-Krise zu tun.

HB DÜSSELDORF. Das Unternehmen erwarte nur noch ein Konzernergebnis von 480 bis 600 Mill. Euro, teilte die Tochter der Münchener Rückversicherung am Dienstag in Düsseldorf mit. Dies wäre klar weniger als in den vergangenen beiden Jahren, als Steuereffekte und hohe Kapitalanlagerenditen halfen.

Für 2007 verbuchte Ergo aber bereits einen Gewinnrückgang auf 781 (Vorjahr: 889) Mill. Euro. Die Beitragseinnahmen stiegen dabei um 3,6 Prozent auf 17,4 Mrd. Euro. Das erhöhte Volumen geht vor allem auf das Auslandsgeschäft zurück, während das Prämienaufkommen im Inland weitgehend stagnierte. In der Lebensversicherung sanken die Beitragseinnahmen sogar um 0,5 Prozent.

Die weltweite Finanzkrise riss indes kein Loch in die Bilanz: Das Engagement im US-Markt für schwach besicherte Hypothekendarlehen (Subprime) belaufe sich auf höchstens 29 Mill. Euro, sagte Finanzchef Rolf Ulrich. Für 2007 seien bei Ergo nur Abschreibungen von 300 000 Euro nötig.

Vom kommenden Jahr an will der Versicherer wieder konstant hohe Renditen einfahren. Bis 2012 wolle Ergo jährlich mehr als 900 Mill. Euro Gewinn erzielen und die Beitragseinnahmen auf über 23 Mrd. steigern. Dafür ziehe Ergo auch Zukäufe in Betracht, sagte Vorstandschef Torsten Oletzky. Ein bis zwei Mrd. Euro des Beitragsziels könnten aus Übernahmen vor allem im Ausland stammen - wo auch der Großteil des geplanten organischen Wachstums erzielt werden solle.

Trotz des Gewinnrückgangs zieht Hauptaktionär Münchener Rück, der 94,7 Prozent an Ergo hält, einen dicken Batzen Geld aus dem Unternehmen ab. Ergo bekräftigte, für 2007 eine Dividende von satten 13,25 (1,60) Euro je Aktie und damit eine Milliarde Euro Eigenkapital ausschütten zu wollen. Dies soll über Fremdkapital refinanziert werden, das wiederum die Münchener Rück ihrer Tochter zunächst zur Verfügung stellen werde. Angesichts der Vertrauenskrise an den Finanzmärkten plant Ergo vorerst nicht, zur Refinanzierung eine Anleihe zu begeben.

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