Die deutschen Versicherungskonzerne befürchten durch die weltweite Finanzkrise auch weiterhin keine existenziellen Belastungen. Bernhard Schareck, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, sagte: "Die Versicherer sind ein Stück sicherer als die Banken".
HB MÜNCHEN. Zwar könnten sich auch die Versicherer dem nicht entziehen, wenn die Weltfinanzmärkte in Turbulenzen gestürzt werden. "Da wird noch was kommen, aber das wird niemanden umwerfen."
Die Versicherer dürften ohnehin nur einen kleinen Teil ihres Anlagekapitals in die betroffenen Segmente investieren, sagte Schareck am Mittwoch auf einer "Handelsblatt"-Tagung in München. Auch sei derzeit kein größeres Problem im Zusammenhang mit dem Bereich der Kreditversicherungen zu befürchten. In den USA sind Anleiheversicherer - sogenannte Monoliner - in Schwierigkeiten geraten. "Das Monoliner-Problem haben wir nicht. Unsere Kreditversicherer zeichnen völlig andere Risiken."
Anfang der Woche hatte die Münchener Rück
ihre Belastungen aus der Kreditkrise im vergangenen Jahr auf 166 Mill. Euro beziffert. Damit kam der Konzern deutlich besser davon als der große Konkurrent Swiss Re.
Die Allianz
musste zwar einen Milliardenbetrag abschreiben, die Belastungen fielen aber in allererster Linie bei der Dresdner Bank an, nicht im Versicherungsgeschäft.
Talanx -Chef Herbert Haas sagte, an den Börsen würden Versicherungstitel derzeit mit Vorsicht behandelt, obwohl die Risiken in erster Linie bei den Banken lägen. "Die Versicherer werden in Sippenhaft genommen." Die Belastungen bei der Talanx durch die Subprime-Krise im vergangenen Jahr bezifferte er auf etwa 30 bis 35 Mill. Euro. Auch in diesem 2008 seien keine größeren Belastungen zu befürchten.

