Versicherungen: Kippt bald der erste kleine Lebensversicherer?

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In der Defensive

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Kippt bald der erste kleine Lebensversicherer?

Für die Versicherer sorgt das für neue Bürden. So stecken die Assekuranzen bereits seit mehreren Jahren zudem Gelder in die Zinszusatzreserve, die als zusätzlicher Kapitalpuffer dienen soll. Die notwendigen Eigenmittel können die Unternehmen über einen Zeitraum von insgesamt 16 Jahren schrittweise aufbauen - doch noch sind viele Firmen von diesem Ziel weit entfernt. Das Tempo, in dem die ZZR gebildet werden müsse, sei zu hoch, kritisierte jüngst bereits auch der Chef der Deutschen Aktuarvereinigung, Wilhelm Schneemeier.

Wenn sich die Berechnungsmethode nicht ändere, müsse die Branche bis 2025 insgesamt 225 Milliarden Euro zurücklegen, sollten die Zinsen so niedrig bleiben wie jetzt. Dafür müssten sie einen Großteil der Bewertungsreserven auflösen - was dem Zweck der ZZR zuwider laufe.

Kippt bald der erste kleine Lebensversicherer? Der Branchenverband GDV will davon nichts wissen. „Wir werden im Verband alles tun, um so etwas zu vermeiden“, betonte GDV-Präsident Alexander Erdland in München. Doch die Traditionsbranche muss neue Antworten auf alte Fragen finden: So verkaufen einige Gesellschaften klassische Lebensversicherungen mit Garantien bereits gar nicht mehr. Der Versicherer Zurich ist schon 2013 weitgehend aus dem Geschäft ausgestiegen, Konkurrent Generali will es ihm gleichtun.

Die Allianz hat die Policen noch im Angebot, will sie aber nicht mehr bewerben. Statt dessen setzen die Konzerne auf neue Angebote, die den Kunden allerdings keine festen Wachstumsgarantien mehr geben. Die haben für die Branche einen kleinen, aber entscheidenden Vorteil: Bei den neuen Policen trägt das Risiko nicht mehr allein der Konzern – sondern auch der Kunde.

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