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26.02.2008 

Volksbanken und Sparkassen nähern sich an

von Frank M. Drost und Peter Köhler

Die genossenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Institute wollen in ausgesuchten Gebieten stärker zusammenrücken, um sich der Konkurrenz der privaten Banken besser zu erwehren. Der Chef des genossenschaftlichen Bankenverbands macht sich für Kooperationen stark.

Christopher Pleister plädiert für stärkere Kooperation. Foto: prLupe

Christopher Pleister plädiert für stärkere Kooperation. Foto: pr

BERLIN. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister, plädierte für eine stärkere Kooperation mit den Sparkassen in Geschäftsabwicklung und Verwaltung (Backoffice). Fusionen von Sparkassen und Volksbanken haben aus Sicht Pleisters jedoch keine Chance. „Das würde weder dem Markt etwas nutzen noch den 16 Millionen Genossenschaftsmitgliedern“, sagte der BVR-Präsident. Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) begrüßte die Initiative: „Das ist ein interessantes Angebot.“

Sparkassen und Volksbanken sollten nach Auffassung Pleisters da „zusammenstehen, wo es um die Konkurrenz zu Dritten“ gehe. Im Kern geht es Pleister also um einen Schulterschluss gegen die private Konkurrenz im Bankenlager. In der Wertpapierabwicklung arbeiten die beiden Finanzverbünde bereits zusammen. Sowohl der DSGV als auch der BVR schlossen jedoch Kooperationen in der Kreditabwicklung aus, weil dieser Bereich als wettbewerbssensibel gilt.

Eine potenzielle Fusion mit Sparkassen würden die Genossenschaftsbanken dagegen als „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“ ansehen, sagte Pleister. In der Regel seien die Sparkassen größer als die genossenschaftlichen Institute, die bei einem Zusammengehen als Juniorpartner untergehen würden.

Doch auch bei vergleichbarer Größe gebe es ein Problem: Die Genossenschaften würden sich nicht von ihrer Rechtsform trennen und in das „Rechtskleid der öffentlich-rechtlichen Körperschaft“ schlüpfen, fügte der Verbandschef hinzu. Umgekehrt seien die Sparkassen aber herzlich eingeladen, die Rechtsform einer Genossenschaft anzunehmen.

Bisherige Versuche einer engeren Kooperation sind bislang gescheitert, etwa die gemeinsame Übernahme der Berliner Bank durch die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdamer und die Volksbank Berlin. Der lachende Dritte war damals die Deutsche Bank.

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