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06.09.2007 

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Michael Diekmann. Foto: dpaLupe

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Michael Diekmann. Foto: dpa

Als gebürtige Kölnerin gehört Optimismus zu ihrem Naturell. Insgesamt zehn Mitarbeiter waren im Berliner „Treptower“ zur Hoch-Zeit damit beschäftigt, gut Wetter zu machen, den Allianzlern die Angst vor dem Umbau zu nehmen. Bis sich die Stimmung aufhellte – nicht nur an der Spree, sondern bundesweit –, war es ein langer Weg.

Tatsächlich hatten Stellenabbau und Umbaupläne das Klima zwischen Beschäftigten und Management nachhaltig vergiftet. Denn anfangs lautete die Ansage: Alle verbleibenden Stellen werden neu ausgeschrieben, jeder Angestellte muss sich neu bewerben – auch wenn er eigentlich nur seinen alten Job behalten will. Sozialdaten sollten darüber entscheiden, ob ein Mitarbeiter im Unternehmen bleiben darf oder gehen muss. Da war von Quoten die Rede, von Kontingenten.

Mehr als 100-mal trafen sich Management und Betriebsräte in den vergangenen zwölf Monaten, um den größten Umbau in der Geschichte des Unternehmens auf den Weg zu bringen und die dicksten Hindernisse aus dem Weg zu räumen – lange ohne Erfolg.

Erst die große Zahl von Beschäftigten, die den Konzern unfreiwillig freiwillig verließ, nahm gehörig Druck aus der geplanten Umstrukturierung. „In dem Moment ist der Knoten geplatzt“, sagt Rüdiger Schäfer, Leiter des Dienstleistungsgebietes Süd-West.

Allianz zeigte sich nicht knausrig

Einige der ursprünglichen Ziele gab der Konzern auch inzwischen auf. So wird der Standort Köln nicht geschlossen, sondern nur verkleinert: Etwa 400 Arbeitsplätze bleiben dort erhalten. Auch in Dortmund sind bis Ende 2012 rund 80 Stellen garantiert. Die Sparte Lebensversicherung in Frankfurt läuft langsamer aus als zunächst geplant. Alles Weitere, wird der Konzern nicht müde zu betonen, hänge ab vom „Erreichen bestimmter Wachstums- und Kostenziele“.

„Die Neuordnung aus der Position der Stärke anstoßen zu können hat große Vorteile, besonders für die Mitarbeiter“, hatte Konzernchef Diekmann die Belegschaft via Intranet wissen lassen. In der Folge hieß das: Halb zog es sie, halb sanken sie hin, die veränderungsbereiten Mitarbeiter.

Inzwischen haben sich mehr als 4 000 Allianzler mit dem Unternehmen auf einen freiwilligen Abschied geeinigt. Mehr Betroffene als gedacht nutzten Abfindungen, in Einzelfällen bis zu 250 000 Euro, für den Schritt in ein neues Leben – ob als Hubschrauberpilotin, Delfintherapeut oder Buchautor.

Selbst Arbeitnehmervertreter erkennen an, dass die Allianz sich nicht knausrig zeigt. Rund 650 Millionen Euro soll die Umstrukturierung kosten. Bislang, heißt es bei der Unternehmensführung, sei man im Plan.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Zeiten des Umbaus sind grundsätzlich schwierig.

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