Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Finanzkrise.
1. Wie entstand die Finanzkrise?
Die Wurzeln der Krise liegen in einem fast beispiellosen Immobilienboom in den USA. Angefangen hat alles 2001 mit fallenden Zinsen und niedrigen Immobilienpreisen. Bald schien es für jeden Amerikaner möglich, den Traum vom eigenen Haus auf Pump zu verwirklichen. Mit der anziehenden Nachfrage gingen auch die Hauspreise nach oben. Trotz steigender Hauspreise konnten sich die Amerikaner den Immobilienkauf leisten, weil die Zinsen niedrig und Kredite einfach zu bekommen waren.
Solange die Hauspreise steigen, ist ein finanziertes Gebäude bald mehr wert als der Preis, den der Schuldner dafür bezahlen musste - und der Kredit ist bequem abgesichert. Kann ein Schuldner die Zinszahlungen nicht mehr aufbringen, etwa weil er arbeitslos wird, kann er das Haus immerhin noch zu einem guten Preis verkaufen.
2. Welche Rolle spielen die Finanzinstitute dabei?
Weil sich am Geschäft mit den Immobiliendarlehen jahrelang hervorragend verdienen ließ und die Häuserpreise ständig stiegen, wurden die Kreditgeber bei der Suche nach Neugeschäft zunehmend leichtsinnig. Auch Kunden mit ganz schwacher Bonität, die sogenannten Subprime-Kunden, bekamen Hypotheken. Eigenkapital wurde meist nicht verlangt, und die Zinsen waren anfangs niedrig, um die Kunden zu ködern.
Der Haken dabei: Feste Zinsbindungen auf zehn oder sogar 15 Jahre, wie in Deutschland üblich, gab es in der Regel nicht. Nach wenigen Jahren wurden die Zinsen variabel - und stiegen dramatisch an. Weil zugleich auch die Hauspreise fielen, konnten viele Schuldner die Zinslasten nicht mehr tragen. Viele Banken jedoch haben die Risiken aus den wackeligen Hypothekenkrediten längst weitergereicht. Dazu haben sie die Forderungen verbrieft.

