3. Was sind ABS?
Verbrieften Anleihen nennen Fachleute Asset Backed Securities (ABS). Dabei gliedern Banken Forderungen aus ihrer Bilanz aus und übertragen sie auf eine Zweckgesellschaft. Diese Gesellschaft begibt dann Anleihen, die mit diesen Forderungen unterlegt sind. Als Sicherheit für die Anleihen bietet sich alles an, was regelmäßig Einnahmen bringt, also neben Autofinanzierungen oder Konsumentenkrediten auch die Hypothekenkredite. Die ABS werden in Tranchen geteilt. Fallen die zugrunde liegenden Forderungen aus, sind zuerst nur die bonitätsschwachen Tranchen betroffen. Diese werden für das höhere Risiko aber auch mit höheren Renditen entschädigt.
Doch die Kreativität bei der Konstruktion von Finanzprodukten war mit den ABS noch nicht ausgereizt. Die verbrieften Subprime-Darlehen wurden mit anderen Anleihen und Krediten gebündelt und in "Collateralized Debt Obligations" (CDO) umverpackt. Diese Zweckgesellschaften wiederum verkaufen Schuldverschreibungen an Investoren. Auch hier sind die Schuldverschreibungen nach Bonitätsklassen sortiert.
Das Problem: Für den Investor ist schließlich nicht mehr erkennbar, welche Risiken ursprünglich verbrieft wurden. Ratingagenturen hatten angenommen, dass sich die Risiken innerhalb eines CDO gegenseitig ausbalancieren, weil nie alle Kredite gleichzeitig ausfallen - und deshalb gute Ratings für die CDOs vergeben. Ein fataler Fehler, wie sich heute zeigt, denn in den Portfolios vieler Finanzinstitute ticken noch immer Zeitbomben, die nur schwer einzuschätzen sind.

