Vorläufige Zahlen 2006: Hausse füllt Deutscher Börse die Kasse

Vorläufige Zahlen 2006
Hausse füllt Deutscher Börse die Kasse

Die Deutsche Börse hat 2006 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Konzern-Jahresüberschuss kletterte um stattliche 56 Prozent auf 668,7 Millionen Euro - noch mehr, als Analysten erwartet hatten. Den Aktionären winkt eine stattliche Angebung der Dividende.

HB FRANKFURT. Wie der Börsenbetreiber am Mittwochabend nach Handelsschluss mitteilte, stieg der Umsatz nach den vorläufigen Zahlen wegen der anhaltenden Hausse an den Kapitalmärkten um 14 Prozent auf 1,854 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen mit einer deutlich höheren Dividende von 3,40 Euro je Aktie von dem Gewinnsprung profitieren. Für 2005 hatte die Börse 2,10 Euro je Aktie gezahlt.

Der operative Gewinn (Ebita) des Marktbetreibers erreichte 2006 mit rund 1,029 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit einem Ebita von 1,025 Milliarden Euro gerechnet. Der Gewinn unter dem Strich von 668,7 Millionen Euro liegt deutlich über dem Vorjahreswert von 427,4 Millionen Euro.

Umsatzstärkster Konzernbereich blieb in den vergangenen zwölf Monaten der Luxemburger Abwickler Cleastream, der rund 700 Millionen Euro zu den Gesamterlösen beisteuerte. Der Umsatz der gemeinsam mit der Schweizer Börse SWX betriebenen Terminbörse Eurex legte im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 597,8 Millionen Euro zu. Der Umsatzanteil der Handelsplattform Xetra stieg um 27 Prozent auf 314,1 Millionen Euro.

Wie die Börse weiter mitteilte, plant sie im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus Eigenmitteln die Ausgabe von Gratisaktien im Bezugsverhältnis von einer Gratisaktie für jede reguläre Aktie. „Mit diesem Schritt soll die Liquidität im Handel mit Aktien der Deutschen Börse weiter gefördert werden“, hieß es. Zudem solle ein Aktienrückkaufprogramm anlaufen, für das die Börse 125 Millionen Euro ausgeben wolle.

Vorstandschef Reto Franchioni erklärte, auch im laufenden Jahr wolle sein Unternehmen deutlich zulegen. „Der starke Jahresauftakt bestärkt uns in der Zuversicht, auch im Geschäftsjahr 2007 neue Rekordmarken bei Umsatz und Ertrag erzielen zu können“, erklärte Vorstandschef Reto Francioni am Mittwochabend in Frankfurt.

Weitere Details will Francioni am morgigen Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt präsentieren. Die Führungsspitze des Frankfurter Marktbetreibers hatte die Rekordzahlen bereits in Aussicht gestellt. Überraschend sind sie nicht: Bereits in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatte der Dax-Konzern nach Steuern 523 Millionen Euro verdient - und damit mehr als im gesamten Vorjahr (427 Millionen Euro).

Nach mehreren gescheiterten Fusionen will die Deutsche Börse in Zukunft vor allem aus eigener Kraft wachsen. Der Konzern ist laut Francioni aber nach wie vor „offen für die Zusammenarbeit mit anderen Marktbetreibern in allen denkbaren Formaten“. In den vergangenen beiden Jahren waren Bemühungen der Frankfurter um Fusionen mit der Londoner Börse und der Mehrländerbörse Euronext gescheitert. Als Wachstumsmärkte im Ausland sieht die Deutsche Börse vor allem Asien.

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