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05.01.2006 
Verbriefungsplattform TSI

Vorreiter Dresdner Bank

von Rolf Benders

Die mit viel Vorschusslorbeeren gestartete, aber bislang kaum in Schwung gekommene Verbriefungsinitiative der deutschen Banken könnte 2006 positivere Schlagzeilen schreiben. Das Institut verbrieft Milliarden über die Plattform TSI.

FRANKFURT. Mit der Dresdner Bank nutzt erstmals ein Gründungsmitglied der „True Sales Initiative“ (TSI) die Plattform und platziert zunächst Firmenkundenkredite im Volumen von knapp drei Mrd. Euro via TSI. „Das ist jetzt schon ein größeres Volumen als in den zwei Transaktionen der vergangenen zwei Jahre zusammen“, sagte TSI-Geschäftsführer Hartmut Bechtold am Mittwoch bei Vorstellung der Transaktion. Bislang hatte lediglich die Volkswagenbank die Plattform genutzt.

Die TSI war im Juni 2004 von 13 deutschen Banken unter Mithilfe der KfW-Bankengruppe gegründet worden, um den deutschen Banken im Kreditgeschäft mehr Spielraum zu verschaffen. Kredite, die eine Bank auf ihrer Bilanz hält, binden Eigenkapital, das dann nicht mehr für weitere Geschäfte zur Verfügung steht. Verkauft die Bank die Forderungen aber als Anleihen – so genannte Asset Backed Securities (ABS) – am Kapitalmarkt, wird Eigenkapital im Bereich von sechs bis acht Prozent des Platzierungsvolumens frei.

Die TSI-Initiatoren erhoffen sich einen regen Handel mit ABS-Papieren, so dass Banken die Plattform demnächst reger nutzen sollten als bislang. Bechtold rechnet damit, dass demnächst auch Immobilienkredite über die TSI verbrieft werden. Immerhin liege mehr als eine Bill. Euro an grundschuldbesicherten Krediten in den Büchern der Banken. Damit würde sich die Plattform eine neue Transaktionsklasse erschließen. Bislang gingen lediglich Konsumenten- und Firmenkundenkredite über die Plattform. Anders als noch Mitte 2005 deute zurzeit wenig darauf hin, dass in absehbarerer Zeit auch notleidende Kredite über TSI verbrieft würden, sagte Bechtold.

Die Dresdner Bank hat nach den Worten ihres Verbriefungsexperten Stefan Ziese seit 1998 Kredite im Volumen zwischen zehn und elf Mrd. Euro in ähnlichen Transaktionen über eine ausländische Plattform veräußert. Da die aktuelle TSI-Transaktion in den kommenden vier Jahren erneuert werden kann, könnten damit durchaus Kredite im Volumen von sechs Mrd Euro verbrieft werden. Dies entspricht ungefähr einem Zehntel der derzeit im Bestand der Bank befindlichen Firmenkundenkredite. Weitere Transaktionen dieser Art hingen von der Kreditnachfrage, also letztlich vom Konjunkturverkauf ab, sagte Ziese. Ob diese über die TSI oder andere Vehikel abgewickelt würden, werde man von Fall zu Fall entscheiden.

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