Vorschau: Neue Milliardenlöcher durch Kreditkrise

Vorschau
Neue Milliardenlöcher durch Kreditkrise

Die Milliardenverluste der US-Banken durch die Kreditkrise nehmen auch im neuen Jahr kein Ende. Die besonders hart getroffene Investmentbank Merrill Lynch muss Medienberichten zufolge nochmals 15 Mrd. Dollar (10,1 Mrd Euro) abschreiben - weit mehr als bisher gedacht. Beim größten US-Finanzkonzern Citigroup rechnen Analysten schon seit längerem mit Wertverlusten in derselben Höhe.

HB NEW YORK. Beide Banken müssen bei der Bilanzpräsentation in der nächste Woche ihre Karten offenlegen. Auch über den Abbau von Tausenden von Stellen wird spekuliert.

Wegen der Rekordverluste suchen Citigroup und Merrill Lynch laut den Berichten unter Hochdruck weitere Kapitalspritzen von Geldgebern in Asien, Nahost und den USA. Allein Citigroup verhandle mit ausländischen Staatsfonds über zehn Mrd. Dollar frisches Kapital. Merrill Lynch wolle dringend benötigte vier Mrd. Dollar einsammeln.

Merrill Lynch hatte bereits im dritten Quartal rund acht Mrd. Dollar an Wertverlusten einstecken müssen und tiefrote Zahlen geschrieben. Analysten hatten zuletzt mit zusätzlichen Belastungen von zwölf Mrd. Dollar gerechnet. Der seit Dezember amtierende neue Chef John Thain baut die Bank derzeit um.

Citigroup rechnet für das vierte Quartal bislang offiziell mit Abschreibungen von bis zu elf Mrd. Dollar durch Wertpapiere auf Basis schwach besicherter Kredite ("subprime"). Die Bank wechselte wie Merrill Lynch ihren Chef aus. Der neue Krisenmanager Vikram Pandit könnte laut Analysten in ihrer Not gezwungen sein, die Dividende zu kürzen und Konzernteile zu verkaufen.

In den vergangenen Monaten waren mehrere schwerreiche Staatsfonds aus Asien und den arabischen Emiraten als Großaktionäre bei Banken in Europa und den USA eingestiegen. Auch Citigroup und Merrill Lynch holten sich auf diesem Weg bereits Milliardensummen.

Auch die drittgrößte US-Bank JP Morgan Chase legt nächste Woche ihre Bilanz vor. Sie steckte die Kreditkrise bisher vergleichsweise gut weg.

Die Bank of America, Nummer zwei der Branche, will derweil die Krise für einen günstigen Einkauf nutzen: Die Bank legte am Freitag ein Angebot zur Komplettübernahme der führenden US-Hypothekenfirma Countrywide vor, an der sie bereits 16 Prozent hält. Countrywide ist schwer unter Druck und verlor seit Sommer fast 80 Prozent des Börsenwerts.

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