Vorsteuerplus 2006 gesteigert: Privatkundengeschäft bekommt Lloyds TSB gut

Vorsteuerplus 2006 gesteigert
Privatkundengeschäft bekommt Lloyds TSB gut

Die britische Bankengruppe Lloyds TSB hat ihren Vorsteuergewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich gesteigert. Als Grund für das Wachstum führte die Bank am Freitag die gute Entwicklung bei den Spar- und Investmentprodukten und das Privatkundengeschäft an.

HB LONDON. Lloyds TSB steigerte 2006 den Vorsteuergewinn um acht Prozent auf 3,7 Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Euro). Dies teilte das Unternehmen am Freitag in London mit. Lloyds-TSB-Chef Eric Daniel begründete den Anstieg unter anderem mit einem guten Wachstum im Banken- und Hypothekengeschäft. Das Einkommen aus dem britischen Bankengeschäft sei um fünf Prozent auf 1,5 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro) gestiegen, hieß es.

Das Nettoergebnis kletterte um 12 Prozent auf 2,80 Milliarden Pfund, die Netto-Zinsmarge ermäßigte sich unterdessen auf 3,00 Prozent von 3,11 Prozent im Vorjahr. Das Institut führte zur Begründung der geringeren Nettozinsmarge unter anderem neue Bilanzierungsvorgaben für einige Produkte an. Die Gesamtjahresdividende liegt unverändert bei 34,2 Pence.

Dagegen stiegen die Wertberichtigungen auf Kredite um 20 Prozent, wie der Konzern mitteilte. Lloyds habe jedoch „Anzeichen einer Stabilisierung bei dem unbesicherten Konsumentenportfolio“ gesehen, was zu einem Rückgang der Wertminderungen im Schlussquartal im Vergleich zum ersten Halbjahr geführt habe, hieß es. Für das Gesamtjahr wies Lloyds Wertberichtigungen im Kreditgeschäft von insgesamt 1,56 Milliarden Pfund aus.

Analysten beurteilten die Ergebnisse als gemischt. Keefe, Bruyette & Woods hoben die Erfolge bei der Kostenkontrolle und die geplanten Einsparungen von weiteren 100 Millionen Pfund netto positiv hervor. Allerdings dürfte dies auf Kosten eines Einnahmewachstums gehen, so die Beobachter. Nach Einschätzung der Analysten von Collins Stewart liegt die Asset-Qualität im Rahmen derer der Wettbewerber, das Privatkundengeschäft übertreffe diese sogar. Das Großkundengeschäft liege aber leicht unter der Entwicklung der Branche.

Im Großen und Ganzen dürften die Ergebnisse das Sentiment wahrscheinlich nicht verändern. Die Lloyds-Aktie habe sich besser entwickelt als die der anderen britischen Banken und deshalb könnte das Papier wohl kurzfristig etwas unter Druck geraten. Bis am Mittag verlor die Aktie 4,1 Prozent auf 587,5 Pence.

Lloyds-CEO Eric Daniels sagte während einer Telefonkonferenz: „Wir sind zweifellos sehr optimistisch bei dem britische Privatkundengeschäft eingestellt. Wir denken, dass wir hier weiteres Momentum aufbauen werden“. Im zweiten Halbjahr stiegen die Einnahmen in dem Segment um 6 Prozent, während im ersten Halbjahr das Wachstum bei 3 Prozent lag. Allerdings könnten die Änderungen in dem Produktmix im Privatkundengeschäft die Gewinnmarge beeinträchtigen.

Zur Kosteneinsparung hat die Bankengruppe im vergangenen Jahr rund 3000 Arbeitsplätze abgebaut. Das Unternehmen beschäftigt in Großbritannien rund 70 000 Mitarbeiter. Nach Medienberichten verlagert Lloyds TSB immer mehr Arbeitsplätze in das Billiglohnland Indien.

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