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28.04.2008 
Banken-Konsolidierung

Warten auf den Startschuss

Die Großbanken bereiten sich auf eine vor Neuordnung des Marktes vor. Der Deutschland-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, favorisiert ein Zusammengehen der vier großen Institute Deutsche, Commerz-, Dresdner und Postbank zu zwei Gruppen. Momentan arbeitet das Institut wohl daran, seine Kriegskasse kräftig zu füllen. Doch derartige Pläne erwiesen sich in der Vergangenheit als schwierig.

Die Deutsche Bank hat auch Interesse am deutschen Privatkundengeschäft der Citigroup. Lupe

Die Deutsche Bank hat auch Interesse am deutschen Privatkundengeschäft der Citigroup.

bas | HB ELTVILLE. Die Deutsche Bank betont, dass sie bei der Konsolidierung im deutschen Bankenmarkt mitspielen möchte. Deutschland-Chef Jürgen Fitschen favorisiert ein Zusammengehen der vier großen Institute Deutsche, Commerz-, Dresdner und Postbank zu zwei Gruppen. Nach dem Motto "vier durch zwei macht zwei" sei es "wünschenswert, wenn wir zwei große Retailbanken in Deutschland hätten, die dann auch auf europäischer Basis eine Rolle spielen können", sagte Fitschen auf einer Bankenkonferenz. "Da können wir als Marktführer in Deutschland nicht am Rande stehen." Einem Bericht des Spiegel zufolge, will das Institut milliardenschwere Kapitalerhöhungen durchführen und so die Kriegskasse für massive Zukäufe füllen.

Sinkende Margen im Privatkundengeschäft und die Suche nach frischem Eigenkapital in Folge der Finanzkrise dürften den Druck auf Zusammenschlüsse erhöhen, sagte Postbank-Chef Wolfgang Klein. Dabei sei die Fusion der vier deutschen Großbanken zu zwei Instituten für ihn jedoch keine Zwangsläufigkeit. "Ich würde die Veränderung der deutschen Bankenlandschaft durchaus auch in einer europäischen Dimension sehen wollen", sagte er auf der Veranstaltung der "Financial Times Deutschland". Konkreter wollte er nicht werden. Auch sein Kollege bei der Dresdner Bank, Herbert Walter, sieht Konsolidierungsdruck, weil mehr Banken im Zuge der Krise ihr Privatkundengeschäft stärken wollten und der Ertragsdruck sich dort "massiv verstärken" werde. "Da wird eine aufgeheizte Stimmung in den nächsten Jahren entstehen."

Auslöser für die Fusionsdiskussion ist der erwartete Verkauf der Postbank. Der Haupteigentümer Deutsche Post prüft den Schritt aktuell. Die Postbank böte mit ihren 14,5 Millionen Privatkunden eine Chance, auf einen Schlag Marktanteile zu gewinnen. Der Bund plädiert dafür, mit einem Verkauf einen "zweiten deutschen Bankenchampion" zu schaffen.

Andere Institute bringen sich in Stellung

Entsprechend bringen sich die anderen Institute in Stellung. Die Allianz-Tochter Dresdner Bank gliedert zurzeit ihr Privatkundengeschäft aus. Dresdner-Bank-Chef Walter nannte ein Zusammengehen deutscher Großbanken "einen Schritt in die richtige Richtung", der aber den globalen Wettbewerbsdruck nicht löse.

Banker rechnen zudem damit, dass die Citigroup ihr Privatkundengeschäft in Deutschland veräußern wird. Die Deutsche Bank ist einem Kauf der Citibank nicht abgeneigt. "Wenn wir gefragt werden, werden wir uns das anschauen", sagte Fitschen. Angesichts nach wie vor stattlicher Gewinnmargen der Citibank dürften aber auch andere Institute, auch aus dem Ausland, Interesse haben. Citigroup-Chef Vikram Pandit will seine Entscheidung Anfang Mai verkünden.

Den Vorgeschmack auf eine Konsolidierung im Privatkundengeschäft in Deutschland lieferte vor wenigen Wochen die spanische Bank Santander. Sie übernimmt das Geschäft von GE Money hierzulande ebenso wie das Konsumentenkreditgeschäft der britischen Royal Bank of Scotland. Damit stößt sie nach der Zahl ihrer Privatkunden fast in die Größenordnung der Commerzbank vor.

Dass das Zusammengehen deutscher Großbanken nicht einfach ist, zeigen indes geplatzte Fusionsträume zwischen Deutscher und Dresdner Bank oder Deutscher und Postbank in der Vergangenheit. Zudem merken Analysten an, dass das Geld bei Zukäufen in ausländischen Wachstumsmärkten besser investiert sein könnte. Ob die Neuordnung mit privaten Bankinvestoren in Landesbanken auch säulenübergreifend ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt blicken etwa die Volks- und Raiffeisenbanken interessiert auf mögliche Übernahmen unter den privaten Banken. "Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn die Citibank von einer Großbank übernommen wird, sie ihren Charakter verändern wird und damit auch der Druck auf den Markt nachlässt", sagte Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

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