„Die Dynamik im Privat- und Firmenkundengeschäft ist in vielen Teilen der Welt ungebrochen. Wegen der Subprime-Krise hat man das übersehen“, meint Walter Sinn, Partner und Bankenexperte bei der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG). Die Finanzkrise hat den Abstand zwischen den besten und schlechtesten Banken auf der Welt vergrößert. „Krisen polarisieren, Probleme in den Geschäftsmodellen werden deutlicher sichtbar“, sagt BCG-Manager Sinn. Dies schaffe Raum für Konsolidierungen in einem noch immer stark fragmentierten Markt. „Wer jetzt tiefe Taschen hat, kann seine Chancen in der Konsolidierung nutzen“, meint Windhagen von McKinsey. Als Beispiel verweisen Experten auf den jüngsten Zukauf der Deutschen Bank; das Institut hatte das niederländische Firmenkundengeschäft von ABN Amro zu einem günstigen Preis erworben. „Auch deutsche Banken können an der neuen ‚multipolaren Welt’ teilhaben. Die Kreditwirtschaft ist weltweit noch bei weitem nicht verteilt und viel weniger konzentriert als andere Industrien“, erläutert Windhagen.
Störfeuer für die „schöne neue Bankenwelt“ könnte von einer globalen Rezession, einem Börsen-Crash oder einem Übergreifen des Margendrucks bei den Banken aus den etablierten Märkten in die Emerging Markets kommen. McKinsey hält dieses Szenario aber für unwahrscheinlich. Mit einer „mehrjährigen globalen Rezession“ rechnen die Berater beispielsweise nicht.

