Wegen Libor-Manipulation: Deutsche Bank beurlaubt fünf Händler

Wegen Libor-Manipulation
Deutsche Bank beurlaubt fünf Händler

Die Deutsche Bank greift durch: Im Zuge der internen Ermittlungen suspendiert das Geldhaus fünf Händler. Diese sollen in die Manipulation wichtiger Zinssätze verstrickt sein.
  • 1

FrankfurtDie Deutsche Bank hat im Zusammenhang mit internen Ermittlungen zu Zinsmanipulationen fünf weitere Händler suspendiert. „Nachdem die Bank festgestellt hat, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten hatte, hat sie diese Mitarbeiter suspendiert oder entlassen und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten“, erklärte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Frankfurt. „Dies wird auch weiterhin der Fall sein, während wir die Untersuchung zu Ende führen.“

Die fünf Mitarbeiter arbeiteten im Geldmarktteam in Frankfurt und waren unter anderem für die Festlegung von Referenzzinsen wie Libor und Euribor zuständig. Zur Rolle der Deutschen Bank in dem Fall läuft auch noch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. Der Bericht der Bafin wird in den nächsten Wochen erwartet.

„Grund für die Beurlaubung war ein mögliches Fehlverhalten dieser Händler“, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Retuers. Damit hat das größte deutsche Geldhaus im Skandal um die Manipulation von Zinsen nun insgesamt sieben Händler im Verdacht. Zwei waren zuvor bereits entlassen worden.

Die „London Interbank Offered Rate“ (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe. An der seiner Berechnung sind die britischen Banken und eine Reihe der weltweit größten internationalen Banken beteiligt. Über Jahre sollen Großbanken den Zinssatz manipuliert haben, um höhere Gewinne einzustreichen.

Quartalszahlen

Ergebnisse der Deutschen Bank (nach Steuern)

in Milliarden Euro


Bei der britischen Großbank Barclays kostete der Skandal Vorstandschef Bob Diamond den Job. Die Schweizer Großbank UBS zahlte im Dezember fast 1,2 Milliarden Euro Buße, am Mittwoch einigte sich die verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) im Libor-Skandal mit den Behörden auf 612 Millionen US-Dollar Strafe.

Die Beurlaubung der Händler, die keine führenden Positionen hatten, war Ergebnis der noch laufenden internen Untersuchung der Deutschen Bank. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin sei informiert worden, sagte ein weiterer Insider.


Seite 1:

Deutsche Bank beurlaubt fünf Händler

Seite 2:

„Es ist jetzt ein Kartell hier in London“

Kommentare zu "Deutsche Bank beurlaubt fünf Händler"

Alle Kommentare
  • Schoenen Urlaub wuenschen alle, hoffentlich ausgestattet mit einer unlimittierten Kreditkarte auf Kosten des Hauses!
    Haben sich diese Mitarbeiter doch in der vergangenheiot extrem verdient gemacht fuer das Unternehmen!
    Sollte wohl als negative Konsequenz und Bauernopfer aufgenommen werden vom dummen Volk, was?
    Diese sog. berichterstattung wird immer Kurioser... und Durchsichtiger fuer die, welche in der lage sind selbst zu denken!

Serviceangebote