Weitere Investitionen in China: BBVA schaut sich nach Übernahmekandidaten um

Weitere Investitionen in China
BBVA schaut sich nach Übernahmekandidaten um

Nach dem vergeblichen Übernahmeversuch der italienischen BNL sucht die zweitgrößte spanische Bank, BBVA, in Europa und Asien weiter nach Akquisitionsmöglichkeiten.

MADRID. „Wir sind immer noch an Italien interessiert und planen zudem weitere Investitionen in China“, sagte der BBVA-Verwaltungsratsvorsitzende Francisco Gónzalez bei der Präsentation des Jahresergebnisses. Vor wenigen Monaten hatte die BBVA für knapp eine Milliarde Euro fünf Prozent an der zur Citic Group gehörenden Citic Bank (CNCB) mit Sitz in Peking gekauft sowie 15 Prozent der Citic International Financial Holdings (CIFH) mit Sitz in Hongkong.

„Wir wollen in diesem Jahr erneut eine Milliarde Euro in unsere Allianz mit Citic Group stecken und gemeinsam ein Joint Venture gründen“, kündigte Gónzalez an. Geld dafür ist reichlich vorhanden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete sie einen Nettogewinn von 4,7 Milliarden Euro, 24 Prozent mehr als im Jahr davor. Den Zinsüberschuss konnte sie im Vergleich zu 2005 um 15 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro steigern. Das vierte Quartal 2006 lief besonders gut für die Bank. Im Vergleich zum Vorquartal konnte sie ihren Nettogewinn um 14 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro verbessern.

Gónzalez sagte, damit sei bewiesen, dass seine Strategie der „Bank als Vertriebsgesellschaft“ aufgehe: „In 20 Jahren werden Banken ganz andere Funktionen haben als heute; wir wollen die Pioniere bei dieser Entwicklung sein.“ BBVA verkauft inzwischen in ihren Filialen und per Internet Reisen, Fahrräder, Fernseher, Computer und Autos. Die Bank profitiert auf diese Weise von Überkreuzgeschäften und akquiriert neue Kunden. „Wir rechnen damit, dass es dieses Jahr noch viel besser für uns laufen wird und unsere enorme Investitionen in Technologie und Marketing Früchte tragen werden“, sagte Gónzalez.

Dass es dem spanischen Bankensektor immer noch sehr gut geht und trotz steigender Zinsen noch kein Einbruch beim Kreditgeschäft zu spüren ist, wird auch an den Geschäftszahlen der größten Bank des Landes, Santander Central Hispano (SCH), deutlich. Diese werden heute bekannt gegeben. Fachleute rechnen mit einem Nettoergebnis von 7,6 Milliarden Euro; die Aktie zog bereits an. Ein Teil des Jahresgewinns wie auch Erlöse aus Beteiligungsverkäufen will Verwaltungsratspräsident Emilio Botín unter anderem für den Kauf des Polen-Geschäfts der BPH investieren, sollte er dafür den Zuschlag bekommen.

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