Weitere Kooperationen gesucht: Deutsche Börse schaut nach Indien

Weitere Kooperationen gesucht
Deutsche Börse schaut nach Indien

Die Deutsche Börse steht nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens kurz vor einer Beteiligung bei der zweitgrößten indischen Börse in Bombay.

HB FRANKFURT. Der Aufsichtsrat des Frankfurter Finanzkonzerns solle dem Vorstand bei einer außerordentlichen Sitzung am kommenden Montag die Genehmigung für die Übernahme eines fünfprozentigen Anteils an der Bombay Stock Exchange (BSE) erteilen, sagte am Freitag eine Person aus dem Umfeld der Börse in Frankfurt. Ein Sprecher des Unternehmens wollte dies nicht kommentieren.

Die Deutsche Börse war bereits Anfang des Jahres für den geplanten Verkauf von rund einem Viertel der BSE-Anteile in die engere Auswahl gekommen. Die indische Notenbank hat bei dem Verkaufsprozess das Engagement für Einzelinvestoren auf maximal fünf Prozent begrenzt. Neben der Deutschen Börse gelten auch die Londoner Börse LSE, die US-Computerbörse Nasdaq, die New York Stock Exchange und die Börse in Singapur als Bieter. Die BSE will nach Abschluss des Verkaufsprozesses im Mai weitere Anteile an die Börse bringen.

Mit einer Beteiligung in Bombay würden die Deutschen auf dem rasant wachsenden indischen Kapitalmarkt Fuß fassen. Indiens Börsen gelten in der Branche neben den Marktbetreibern in China als künftige Perlen Asiens. Zuletzt hatten sich die New York Stock Exchange und drei weitere Investoren bei der größten indischen Börse, der National Stock Exchange (NSE), für rund 460 Mill. Dollar einen Anteil von 20 Prozent gesichert.

Die Börse Bombay wurde 1875 gegründet und bezeichnet sich selbst als älteste Börse Asiens. Ende November 2006 waren an der BSE die Aktien von knapp 4 800 Unternehmen gelistet. Neben Dividendenpapieren können an der BSE auch festverzinsliche Wertpapiere und Derivate gehandelt werden.

Der strategische Fokus der Deutschen liegt unter der Ägide des seit November 2005 amtierenden Vorstandschefs Reto Francioni auf dem weltweit boomenden Derivategeschäft und der Stärkung der von ihr und der Schweizer SWX gemeinsam betriebenen Terminbörse Eurex. Hier hatte Francioni zuletzt Kooperationen mit der Börse im japanischen Osaka und der Korea Stock Exchange (KSE) in Seoul vereinbart.

Vor dem Hintergrund der kurz bevorstehenden Öffnung des chinesischen Kapitalmarktes auch für Derivate wie Futures und Optionen auf Aktien und Indizes hat Frankfurt nach Informationen aus Finanzkreisen auch ein Auge auf die noch junge Derivatebörse in Shanghai geworfen. Hier sei in Kürze mit einer Annäherung zu rechnen, hieß es. Die Börse wollte dies nicht bestätigen. Sie lieferte zu Beginn des Jahrzehnts ihr Handelssystem Xetra für den Kassamarkt in Shanghai, ist also in der neben Hongkong wichtigsten Finanzmetropole des Landes keine Unbekannte.

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