2 Bewertungen ****
10.10.2008 
Citigroup bietet Kompromiss an

Wells Fargo darf Wachovia übernehmen

Im Übernahmekampf um die viertgrößte US-Bank Wachovia hat der Finanzkonzern Citigroup die Verhandlungen mit dem Rivalen Wells Fargo über eine Kompromisslösung abgebrochen. Zwar will die Citigroup ihre Schadensersatzklage gegen Wachovia in weiter verfolgen. Aber die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo will sie nicht mehr blockieren.

Angefangen hat alles mit Postkutschen. Nun darf die Großbank Wells Fargo den Konkurrenten Wachovia übernehmen. Lupe

Angefangen hat alles mit Postkutschen. Nun darf die Großbank Wells Fargo den Konkurrenten Wachovia übernehmen.

HB DÜSSELDORF. Die Citigroup hatte Anfang vergangener Woche unterstützt von den Behörden den Kauf großer Teile der kriselnden Wachovia für 2,2 Mrd. Dollar verkündet. Vier Tage später gab Wells Fargo überraschend mit Wachovia die Komplettübernahme per Aktientausch im weit höheren Wert von rund 15 Mrd. Dollar bekannt.

Die Citigroup wirft Wachovia Vertragsbruch vor. Zuletzt hatten die Rivalen einen juristischen Burgfrieden vereinbart und über eine Aufspaltung von Wachovia verhandelt. Die Citigroup will ihre Schadensersatzklage gegen Wachovia in Höhe von 60 Mrd. Dollar weiter verfolgen.

Die US-Notenbank Fed als zuständige Aufsicht dringt angesichts der Schieflage von Wachovia seit Tagen auf eine rasche Lösung. Die Bank verspekulierte sich in der Kreditkrise massiv und steht vor weiteren hohen Milliardenverlusten. Durch eine Übernahme würde die trotz der Finanzmarktkrise profitable Großbank Wells Fargo zur Spitze im US-Privatkundengeschäft zählen.

Wells Fargo und Wachovia sind nun aber Beobachtern zufolge in der Zwickmühle: Sollte die Citigroup-Klage Erfolg haben, wäre die Zahlung eine enorme Belastung für den neuen Konzern. Spekuliert wird daher über eine außergerichtliche Einigung auf eine niedrigere Summe. Die Citigroup betonte zugleich, sie sei auch weiter zu der von Wachovia abgelehnten Übernahme unter den ursprünglichen Konditionen bereit.

Wachovia besitzt rund 3300 Filialen mit Schwerpunkt an der Ostküste und in der Mitte der USA. Die Konzernzentrale liegt in Charlotte (North Carolina), einem der Finanzzentren des Landes neben New York. Wells Fargo mit Sitz in San Francisco und etwa ebenso vielen Zweigstellen ist dagegen besonders an der Westküste stark.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Zusammenlegung von Depots bringt Vorteile  Artikel in Merkliste

22.11.2008, 09:00 Uhr

Wer seine Bankverbindungen bei einem Anbieter bündelt, fährt bei der Einführung der Abgeltungsteuer besser. Gewinne und Verluste lassen sich so einfacher verrechnen – Anleger müssen sich zu viel gezahlte Abgeltungsteuer sonst vom Fiskus zurückholen. Artikel


Anzeige