Der Aufsichtsratsvorsitzende der Düsseldorfer Landesbank WestLB, Rolf Gerlach, nimmt seinen Hut. Die Begründung für den Rücktritt Gerlachs, der zugleich Chef des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbands ist, hat es in sich. Ein Nachfolgekandidat wird bereits gehandelt.
HB DÜSSELDORF. Zur Begründung heißt es, dass Gerlach mit dem Rücktritt die Konsequenz aus monatelangen Querelen und Meinungsverschiedenheiten im Eigentümerkreis um die Zukunft der Bank gezogen habe.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung zögert ihre Entscheidung über die Zukunft der mit Verlusten kämpfenden WestLB unterdessen weiter hinaus, obwohl andere Eigentümer zur Eile drängen. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen (CDU) erwartet das Gutachten der Citigroup zur Zukunft der WestLB Ende kommender Woche. Bisher lägen ihm erst Vorentwürfe des Gutachtens vor, sagte Linssen am Donnerstag im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags. Das Gutachten werde eine „sehr präzise Analyse“ aller Zahlen der Bank enthalten.
Linssen verteidigte den Kurs der Landesregierung, nach Alternativen zu einer Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu suchen. „Wer Hals über Kopf Entscheidungen trifft, wird in diesem Geschäft gnadenlos vorgeführt“, sagte Linssen. „Der Finanzminister gackert erst dann, wenn die Eier gelegt sind.“ Vertreter der Opposition im Landtag hatten von Linssen Klarheit über die Zukunft der Bank gefordert. Die SPD warf Linssen eine „chaotische Strategie“ vor.
WestLB-Chef Alexander Stuhlmann hatte Mitte November gesagt, für Mitarbeiter und Kunden sei die ungewisse Zukunft des Instituts eine Belastung. Die beiden Sparkassenverbände in NRW drängen seit Monaten auf eine Fusion des Düsseldorfer Instituts mit der LBBW und haben bereits ein eigenes Gutachten der Schweizer Bank UBS auf den Tisch gelegt. Dieses untermauert ihre Forderung.
Als Nachfolgekandidat für Gerlach wird nach Aussagen aus Branchenkreisen der designierte Vorsitzende des rheinischen Sparkassenverbandes (RSGV), Michael Breuer gehandelt. Breuer habe die besten Karten für den Posten, da der RSGV nach dem Konsortialvertrag der WestLB-Eigner Zugriff auf den Aufsichtsratsvorsitz habe. Breuer, ehemaliger nordrhein-westfälischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, soll sein Amt an der Spitze des RSGV am 1. Januar antreten. Er gilt als Vertrauter von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: CDU Politiker verhöhnt LBBW

