Die Eigentümer der WestLB haben sich nun doch auf die dringend benötigten weiteren Hilfen für die angeschlagene Landesbank geeinigt. Details über die voraussichtlich drei Milliarden Euro schwere Risikoabschirmung und die geplante Restrukturierung des Instituts sollen in Kürze bekannt gegeben werden, Eigentümerkreisen zufolge sollen 1300 Stellen gestrichen werden. Zuvor war heftig gestritten worden.
HB DÜSSELDORF. Die Eigner der WestLB greifen der angeschlagenen Bank mit einem neuen Hilfspaket unter die Arme. Nach heftigem Streit verständigten sie sich nun doch auf die dringend benötigten weiteren milliardenschweren Garantien für die Landesbank. Die Einigung der bislang chronisch zerstrittenen Eigner während einer nächtlichen Krisensitzung kam auch auf Druck der Finanzaufsicht und der Bundesbank zustande.
Wie die WestLB mitteilte, vereinbarten die Eigentümer in der Nacht zum Freitag eine umfassende Risikoabschirmung für die Bank. Finanzkreisen zufolge beläuft sich diese Absicherung gegen drohende weitere Verluste aus riskanten Investments auf drei Mrd. Euro. Zudem wurde der Abbau von bis zu 1.500 Stellen bis 2010 beschlossen, wie die Bank am Freitag mitteilte.
Mit dem Personalabbau sowie einem Umbau der Bank sollten 300 Mill. Euro jährlich gespart werden, um die mit hohen Kosten kämpfende Bank wieder auf Kurs zu bringen. Am Donnerstagnachmittag war der Aufsichtsrat zusammengekommen, nachdem die Eigner die Verhandlungen tief zerstritten abgebrochen hatten. Am Abend hatten sie sich dann Finanzkreisen zufolge aber wieder zusammengerauft und bis in den frühen Morgen verhandelt, um das Rettungspaket zu schnüren.
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Die WestLB wollte sich zu Details des Hilfspaketes zunächst nicht äußern. Diese sollten am Vormittag (11:00 Uhr MEZ) auf einer Pressekonferenz erläutert werden. In der knappen Erklärung der Bank hieß es lediglich: "Gleichzeitig wurden grundlegende Vereinbarungen zur Restrukturierung und zum Geschäftsmodell der Bank sowie zur Konsolidierung des Landesbankensektors gefasst." Die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin hätten den Prozess begleitet und begrüßten dessen Ergebnis. Den Finanzkreisen zufolge hatten sich Bundesbank -Präsident Axel Weber und BaFin -Chef Jochen Sanio persönlich in die Verhandlungen der Eigner eingeschaltet.
Die WestLB -Eigner - Landesregierung, Sparkassenverbände und Landschaftsverbände - hatten sich erst im Januar auf ein Hilfspaket von rund zwei Mrd. Euro geeinigt, um Verluste und Risiken aus der US-Immobilienkrise auszugleichen. Diese Zusage reichte aber nicht mehr aus, denn in den Büchern der Bank schlummern weitere Risiken. Insgesamt stehen der Bank nun fünf Mrd. Euro aus Finanzspritzen und Garantien zur Verfügung.
Die WestLB hatte 2007 durch Fehlspekulationen und die Verwerfungen auf den Finanzmärkten einen Verlust von rund einer Milliarde Euro eingefahren. Zusätzlich sind Abschreibungen von einer Milliarde Euro angekündigt.


