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30.08.2007 
Halbjahresbericht

WestLB verspekuliert 604 Millionen Euro

Die Fehlspekulationen haben die WestLB im ersten Halbjahr in die roten Zahlen rutschen lassen. Durch die missglückten Geschäfte unter anderem mit VW-Aktien verlor die Düsseldorfer Landesbank allein im Eigenhandel 604 Mill. Euro. Für das Gesamtjahr lieferte die WestLB jedoch einen positiven Ausblick.

Die WestLB hat insgesamt 604 Mill. Euro verspekuliert. Foto: dpa Lupe

Die WestLB hat insgesamt 604 Mill. Euro verspekuliert. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Das Institut wies am Donnerstag für die ersten sechs Monate 38 Mill. Euro Verlust vor Steuern aus, ein Jahr zuvor hatte noch ein Plus von 239 Mill. Euro zu Buche gestanden.

„Die Verluste aus dem Eigenhandel prägen das Ergebnis und haben die Bank auf ihrem geschäftlich ansonsten erfolgreichen Weg zurückgeworfen“, sagte der neue Vorstandschef Alexander Stuhlmann am Donnerstag in Düsseldorf. Im operativen Geschäft machte die drittgrößte deutsche Landesbank aber teils deutliche Fortschritte. Stuhlmann zeigte sich daher zuversichtlich, im Gesamtjahr vor Steuern wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Händler der WestLB hatten sich mit Aktiengeschäften verspekuliert. Der ehemalige WestLB-Chef Thomas Fischer und ein weiterer Vorstand mussten deshalb gehen. Inzwischen ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen sieben amtierende und ehemalige Vorstände des Instituts - darunter Fischer.

Zins- und Provisionsüberschuss als größte Ertragsbringer der WestLB legten im ersten Halbjahr zu. Der Zinsertrag stieg um 2,6 Prozent auf 501 Mill. Euro. An Provisionen nahm die Bank mit 231 Mill. Euro sogar 44 Prozent mehr ein. Gewinne außerhalb des Handels auf eigene Rechnung sorgten dafür, dass das Minus im Handelssegment auf 309 Mill. Euro begrenzt wurde. Zugleich profitierte die WestLB von deutlich gesunkenen Personal- und Verwaltungskosten.

Für das Gesamtjahr prognostiziert Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus ein positives Vorsteuerergebnis. Dies setze aber voraus, dass sich die Krise an den US-Hypothekenmärkten nicht drastisch verschärfe. Aus heutiger Sicht erwarte die Bank keine größeren Ausfälle aus ihrem US-Engagement, sagte er. Im ersten Halbjahr hat die WestLB für die daraus erwarteten Risiken eine Vorsorge von 50 Mill. Euro gebildet. Das Institut ist mit 1,25 Mrd. Euro im US-Markt für zweitklassige Hypothekenkredite investiert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Verdi macht gegen WestLB-Übernahme durch LBBW Front.

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