Fraglich ist derzeit noch, ob die DZ Bank einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden ernennen wird. Der bisherige Amtsinhaber Christopher Pleister, noch Präsident des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), verlässt zum 15. Juli den BVR. Traditionell ist der BVR-Präsident gleichzeitig Aufsichtsratschef der DZ Bank. Ein Nachrücken des derzeitigen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden kommt aber wohl nicht in Frage, denn das wäre Wolfgang Apitzsch, und der sitzt als Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium.
Außerdem gilt es im Verbund als sehr wahrscheinlich, dass WGZ-Chef Böhnke den Vorsitz im Aufsichtsrats der dann immerhin drittgrößten Bank in Deutschland übernimmt.
Nach Informationen von Insidern wollen DZ-Chef Kirsch und WGZ-Chef Böhnke bis Jahresende Klarheit über die Modalitäten haben, dann ginge es nur noch um die Feinabstimmung. Bei den Hauptversammlungen ihrer jeweiligen Institute am 20. Mai (DZ) und am 23. Juni (WGZ) sollen dann die Volks- und Raiffeisenbanken, die die Mehrheit an den Spitzeninstituten halten, über den Zusammenschluss abstimmen.
Auch wenn viele Ortsbanker für eine Fusion sind, gibt es mancherorten doch Skepsis: „Eine Zustimmung nur mit Rücksicht auf die Köpfe bestimmter Herren wird es bestimmt nicht geben“, prophezeit ein Bankvorstand aus Nordrhein-Westfalen. Und ein weiterer aus dem Süden ist skeptisch: „Fraglich, ob von den versprochenen Synergieeffekten in Höhe von rund 100 Mill. Euro überhaupt etwas bei uns ankommt.“ Kirsch jedenfalls ficht das nicht an. Stolz verkündete er in der vergangenen Woche auf einer Veranstaltung im Süden der Republik: „Die Fusion wird jetzt kommen.“

