Unter den Großaktionären der angeschlagenen US-Investmentbank Bear Stearns regt sich Widerstand gegen den extrem niedrigen Preis beim Notverkauf an den Konkurrenten JP Morgan. Für den Schritt ist noch die Zustimmung der Aktionäre erforderlich. Unterdessen kursieren Spekulationen über einen massiven Stellenabbau bei Bear Stearns.
HB NEW YORK. Unter anderem der Milliardär Joseph Lewis, der 9,4 Prozent an Bear Stearns
hält, lehne den Preis von weniger als 300 Mill. Dollar als zu niedrig ab, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag. Auch viele Bear-Sterns-Beschäftigte, die zusammen 30 Prozent der Anteile haben, drohten, gegen das Geschäft zu stimmen.
Es sieht zwar so aus, als wäre die Insolvenz die einzige Alternative zu dem Kauf durch JP Morgan.
Allerdings gehen einige Anteilseigner davon aus, dass sie selbst bei einer Liquidation der Bank besser weggkommen könnten: Allein das New Yorker Hauptquartier von Bear Stearns
dürfte mehr als eine Milliarde Dollar wert sein.
Bear Stearns
Die Aktie von Bear Stearns
stürzte am Montag zwar um mehr als 84 Prozent ab. Sie schloss aber trotzdem bei rund 4,80 Dollar deutlich über der Bewertung des Notverkaufs.
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Auch andere große Investoren hätten ihre Unzufriedenheit mit dem Deal signalisiert, berichtete das "Wall Street Journal" weiter. JP Morgan
rechne fest mit Klagen unzufriedener Aktionäre. Für Prozesse seien bereits sechs Mrd. Dollar zurückgestellt.
Schon jetzt steht der Bank eine Sammelklage wegen angeblicher Verstöße gegen das Wertpapiergesetz bevor. Bear Stearns
wird in einer am Montag eingereichten Klageschrift vorgeworfen, falsche und irreführende Angaben zu geschäftlichen und finanziellen Ergebnissen gemacht zu haben. Dies habe dazu geführt, dass Aktien von Bear Stearns
zu einem künstlich aufgeblähten Preis gehandelt worden seien und im April 2007 ein Kurshoch von 159,36 Dollar erreichten.
Die Klage wurde von der Kanzlei Coughlin Stoia Geller Rudman & Robbins LLP bei einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht. Die Kanzlei vertritt Klienten, die zwischen dem 14. Dezember 2006 und dem 14. März 2008 Bear-Stearns-Aktien kauften. Ein Vertreter der Bank war für eine Stellungnahme nicht unmittelbar zu erreichen.
Wie genau sich das Geschäft von Bear Stearns
in den vergangenen Monaten entwickelte, bleibt unterdessen weiter unklar: Die für Montagabend angekündigte vorgezogene Vorlage von Zahlen für das erste Geschäftsquartal sagte Bear Stearns
unter Hinweis auf die Verkaufspläne wieder ab.
JP Morgan

