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22.08.2006 

Lukratives Geschäft: Einnahmen aus Sales und Handel im ersten Halbjahr 2006.Lupe

Lukratives Geschäft: Einnahmen aus Sales und Handel im ersten Halbjahr 2006.

"Der Trend zu verstärktem Eigenhandel ist nicht mehr zurückzudrehen", erkannte Stan O?Neal, Chef der US-Bank Merrill Lynch bereits vor drei Jahren. Und er fügte hinzu. "Der Markt wird überrascht sein, wie stabil diese Erträge sind."

Aber genau das bezweifeln die Skeptiker. Schon damals warnten Analysten angesichts von Zins- und Terrorrisiken vor einem Absturz. Goldman Sachs und die Deutsche Bank mussten sich den Vorwurf gefallen lassen, nichts anderes als gigantische Hedge-Fonds zu sein. Andere Institute wie die Commerzbank zogen sich weitgehend aus dem Eigenhandel zurück. "Wir wollten uns unabhängiger von stark schwankenden Gewinnen machen, die schnell in Verluste umschlagen können", begründet Vorstand Nicholas Teller die Entscheidung.

"Die Übernahme von Risiken gehört nun einmal zum Kerngeschäft einer Investmentbank" verteidigt sich ein Londoner Eigenhändler. Und selten seien die Institute so gut dafür bezahlt worden wie heute. Außerdem hätten neue Computer-Systeme und Rechenmodelle das Risikomanagement der Banken revolutioniert.

Ihr Risiko messen die Institute meist mit dem so genannten Value at Risk (VAR). Der VAR-Ansatz definiert den Verlust, der mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (oft 95 oder 99 Prozent) innerhalb einer festgelegten Zeit (meist ein Handelstag) nicht überschritten werden darf. Jeden Tag ermitteln die Banken ihren aktuellen VAR. Daneben lassen die großen Häuser täglich Krisenszenarien wie die Kursreaktionen nach dem Terror des 11. Septembers oder nach dem Börsencrash von 1987 durchrechnen. Aber nicht nur durch Technologie, auch mit neuen Organisationsformen versuchen die Banken, Risiken zu minimieren und den Ertrag zu maximieren. So haben viele Häuser die Handelstische für Aktien, Aktienderivate und Unternehmensanleihen zusammengelegt, um mehr Transparenz und Effizienz zu schaffen. In einem Punkt haben die Kritiker dennoch Recht: Die Banken gehen heute deutlich höhere Risiken ein als noch vor wenigen Jahren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Goldman Sachs ist ein Paradebeispiel für risikobereiten Eigenhandel

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