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03.03.2008 
V-Bank AG

Wildern bei der Ex-Bank

von Hans G. Nagl

Jens Hagemann, ehemals Vorstand der DAB, startet mit einer eigenen Bank. Das neue Institut will sich auf eine Marktnische konzentrieren: Als Dienstleister für unabhängige Vermögensverwalter. Doch die Eigentümerstruktur lässt Zweifel über die Unabhängigkeit der neuen Bank aufkommen.

MÜNCHEN. "Aprilscherz" nennt man Kinder, die am 1. April geboren sind. Jens Hagemann gehört auch dazu. Doch wenn seine V-Bank AG im April an den Start geht, dürfte sein früherer Arbeitgeber, die DAB Bank, eher weniger zu Scherzen aufgelegt sein. Der Ex-Vorstand hat der Münchener Direktbank Finanzkreisen zufolge nämlich weit über ein Dutzend Mitarbeiter abgeworben - und will ihr nun kräftig Konkurrenz machen.

"Der Reiz für mich ist einfach, nach mehr als 20 Jahren als Banker einmal eine unternehmerische Rolle auszufüllen", beschreibt der 48-Jährige, der 1983 bei der Münchener Hypo-Bank als Vorstandsassistent begonnen hat, seine Motivation. Zur Abwerbung von DAB-Mitarbeitern will sich Hagemann lieber nicht äußern. Hier lächeln die blauen Augen des schlanken, sportlich wirkenden Wahl-Müncheners seinen Gegenüber vielleicht noch ein weniger freundlicher an als ohnehin schon.

"Das ist ein Verkäufer, durch und durch", heißt es über ihn in der Branche, wobei auch Anerkennung mitschwingt. Sein Talent erkennt man in der Hypo früh. Mitte der 80-er Jahre wird er Firmenkundenbetreuer in Berlin, arbeitet ab 1990 am Aufbau Ost mit. Nach der Fusion mit der Bayerischen Vereinsbank leitet er den Zentralbereich Geschäftskunden und wird im Frühjahr 2002 schließlich Vorstand der DAB Bank. Dort sind vor Steuern gerade knapp eine Viertelmilliarde Euro Verlust aufgelaufen - das Platzen der New-Economy-Blase lässt grüßen. Hagemann greift durch, schrumpft die Bank gesund. Und schreibt 2003 bereits wieder schwarze Zahlen.

Heute will der begeisterte Bergwanderer mehr als nur restrukturieren. Seit Mitte 2007 baut er seine Direktbank mit rund 30 Mitarbeitern auf. "Banken gibt es genug", sagt der gebürtige Frankfurter. "Wir sind in einer Nische tätig." Die Idee: Die Bank will sich als Dienstleister für unabhängige Vermögensverwalter aufstellen. Die sollen dann Wertpapiere, Devisen und Fonds jeglicher Art handeln. Die DAB Bank ist heute in dem Bereich der Platzhirsch, gefolgt von Deutscher Bank und der Augsburger Aktienbank.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wer knapp die Hälfte der Anteile der neuen Bank hält.

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