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11.03.2008 
BayernLB soll eigenständig bleiben

„Wir brauchen keine sieben Landesbanken“

Die BayernLB wird den stockenden Fusionsprozess unter Landesbanken auf absehbare Zeit nicht antreiben können. Die bayerischen Sparkassen als Miteigentümer der zweitgrößten deutschen Landesbank forderten am Dienstag zwar weitere Zusammenschlüsse, wollen die BayernLB aber eigenständig erhalten. Eine andere Landesbank braucht derweil frisches Geld – und zwar Milliarden.

Löwenfigur vor der Zentrale der Bayerischen Landesbank in München. Foto: dpaLupe

Löwenfigur vor der Zentrale der Bayerischen Landesbank in München. Foto: dpa

HB MÜNCHEN/HAMBURG. „Wir brauchen sicherlich nicht sieben Landesbanken“, sagte Siegfried Naser, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern. Weichenstellungen wie eine Fusion mit der größeren Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) aus Stuttgart seien dieses Jahr nicht mehr möglich. Erst müssten sich die Börsen wieder beruhigen und die Belastungen durch die US-Hypothekenkrise endgültig feststehen.

Die Sparkassen hatten sich lange für einen Zusammenschluss der BayernLB und der LBBW starkgemacht, zuletzt aber dem Veto der bayerischen Landesregierung nachgeben müssen, die die anderen 50 Prozent der BayernLB-Anteile hält. „Wir stehen beide zu der BayernLB, so wie sie ist“, sagte Naser nun in München. Ob die Sparkassen ihre Anteile abstoßen oder die des Landes übernehmen wollten, ließ er offen. Bei einer Fusion mit der LBBW hätten die Bayern derzeit nur die Juniorrolle, München würde zudem als Finanzplatz weiter geschwächt.

Die US-Krise hat auch die HSH Nordbank mit Abschreibungen in Höhe von 1,1 Mrd. Euro für das vergangene Jahr belastet. Wegen der Unsicherheiten haben die Hamburger am Montag ihren für 2008 geplanten Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben. Am Dienstag wurde nun bekannt, dass sich Deutschlands fünftgrößte Landesbank nach Angaben des schleswig-holsteinischen Finanzministeriums mit umfangreichen Kapitalmaßnahmen bei ihren Eignern bis zu zwei Mrd. Euro beschaffen will.

Demnach sind neben der bereits bekannten einen Milliarde Euro durch die Wandlung stiller Einlagen und eines Einschusses des Finanzinvestors JC Flowers weitere rund 900 Mill. in der Diskussion. „Das ist eine Option, die nicht unrealistisch ist“, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Kiel. Der Zeitplan sei noch offen, darüber wollten die Eigner in den nächsten Monaten diskutieren.

An der HSH Nordbank hält Hamburg 35 Prozent, das Land Schleswig-Holstein 20 Prozent und der dortige Sparkassen- und Giroverband 18 Prozent. Die Stadt Hamburg wollte sich nicht zu den geplanten Kapitalmaßnahmen äußern. Ein Sprecher verwies auf die laufenden Koalitionsverhandlungen für eine neue Landesregierung. Erst wenn diese abgeschlossen seien, werde sich der neue Senat mit den anderen HSH-Eignern zusammensetzen. Der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Eigentümer der HSH planen schon länger, das Eigenkapital der Bank zu stärken. Hamburg, Schleswig-Holstein und die Sparkassen des nördlichsten Bundeslandes hatten sich darauf verständigt, stille Einlagen von 685 Mill. Euro zu wandeln. Weitere rund 400 Mill. soll der US-Investor Flowers zuschießen, damit sich sein Anteil nicht verwässert. Die HSH Nordbank hat mit Flowers als erste und bislang einzige öffentlich-rechtliche Bank einen privaten Anteilseigner. Er hatte vor zwei Jahren den 27-prozentigen HSH-Anteil von der WestLB übernommen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auf die BayernLB dürften weitere Belastungen zukommen

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