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25.07.2007 
Im Gespräch mit: Matthias Graf von Krockow und Friedrich Carl Janssen

„Wir spielen in der Spitzenliga“

von Die Fragen stellten Robert Landgraf und Sonia Shinde

Der Lenker und der Stratege: Bankchef Matthias Graf von Krockow und der persönlich haftende Gesellschafter Friedrich Carl Janssen leiten die Geschicke von Sal. Oppenheim. Im Handelsblatt-Interview sprechen sie über die Expansionsstrategie der Privatbank.

Sal. Oppenheim in Köln: In zehn Jahren will das Geldhaus zu den größten Privatbanken der Welt gehören. Foto: dpaLupe

Sal. Oppenheim in Köln: In zehn Jahren will das Geldhaus zu den größten Privatbanken der Welt gehören. Foto: dpa

Sal. Oppenheim kauft derzeit vor allem im Ausland zu. Dazu kommt jetzt der Umzug nach Luxemburg. Verabschieden Sie sich aus Deutschland?

Krockow: Davon kann keine Rede sein. Deutschland ist und bleibt unser Kernmarkt. Wir erzielen mit unseren Kunden in Deutschland mehr als 800 Mio. Euro an Erlösen. Das sind rund drei Viertel des Gesamtumsatzes. Und Deutschland ist auch in Zukunft für uns der Markt mit den mit Abstand größten Wachstumsperspektiven.

Dennoch wollen Sie künftig nur im Ausland zukaufen ...

Krockow: Wir wollen in zehn Jahren eine der größten internationalen Privatbanken sein, um unsere wichtigen Kunden mit ins Ausland zu begleiten. Langfristig wollen wir die Hälfte unserer Erträge im Ausland generieren. In Europa spielen wir mit Rothschild oder Espirito Santo bereits in der Spitzenliga der Privatbanken.

Und das lässt sich nicht von Deutschland aus steuern?

Janssen: Natürlich lässt sich das auch von Deutschland aus steuern, aber für unser Geschäft bietet der Standort Luxemburg eine Vielzahl zusätzlicher Vorteile. Ein wichtiges Beispiel ist die Vertraulichkeit von Kundeninformationen. Und die ist bei mehreren tausend möglichen Kontoabfragen pro Tag nicht gewährleistet.

Und deshalb mussten Sie nach Luxemburg umziehen?

Janssen: Wir sind hier mit der Holding flexibler als wir es in Deutschland je wären. Im Gegensatz zu Luxemburg haben in Deutschland beispielsweise die Automobil- oder Chemieindustrie für die Volkswirtschaft eine höhere Bedeutung als der Finanzsektor. Deshalb werden in Luxemburg die jeweiligen Gesetze der Finanzindustrie viel schneller beschlossen, an die Bedürfnisse der Märkte angepasst und bieten einen größeren rechtlichen Spielraum für Finanzgeschäfte. Das ist ein großer Vorteil. Zudem fällt ist es leichter, als Luxemburger Holding etwa in der Schweiz zuzukaufen.

In der Schweiz haben Sie aber nicht zugegriffen, als die Anteile der Großbank UBS an Julius Bär angeboten wurden ...

Janssen: Wir beobachten die Konsolidierung auf dem eidgenössischen Bankenmarkt sehr genau, führen derzeit jedoch keine konkreten Gespräche. Zunächst soll unsere Bank in der Schweiz organisch wachsen.

Sie besitzen bereits eine Niederlassung in Prag und wollen im Herbst eine Dependance in Warschau eröffnen. Kommt jetzt der Sprung nach Osteuropa?

Krockow: Leider werden sich unsere Pläne in Warschau wohl auf das Frühjahr verschieben, da das Verhandeln um die Banklizenz ein eher mühsames Geschäft ist. Ebenfalls im kommenden Jahr werden wir eine Repräsentanz in Budapest eröffnen. Aber auch Kiew und Moskau sind hochinteressante Märkte.

Berührungsängste haben Sie dabei nicht?

Krockow: Sagen wir es so: Wir nähern uns diesen Märkten ähnlich an wie sich die Igel lieben – sehr, sehr vorsichtig.

Welche weiteren Akquisitionen planen Sie in Europa?

Krockow: Wir werden demnächst in Mailand ein Büro eröffnen. Alles Weitere wird sich zeigen.

Und was ist mit dem außereuropäischen Ausland?

Janssen: Wir haben uns ja erst vor kurzem bei der Investmentbank Miller Buckfire in New York mit zehn Prozent beteiligt und planen diese Partnerschaft sukzessive auszubauen.

Wie viel Geld könnten Sie denn für eine Akquisition ausgeben?

Krockow: Was wir brauchen, haben wir. Eine Milliarde Euro schreckt uns nicht.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wo Sal. Oppenheim noch zukaufen will und warum Hedge-Fonds so interessant sind.

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