Die Märkte haben sich durch Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften dramatisch verändert. Angesichts der erreichten Marktmacht fordern nicht nur Finanzaufseher, sondern auch Vertreter der betroffenen Branchen größere Transparenz. Beim „Frankfurter Gespräch“ des Handelsblatts diskutieren Experten über Gefahren und Chancen der Branche.
FRANKFURT. Die Hedge-Fonds und die Private-Equity-Investoren müssen sich öffnen und transparenter werden. Das war der Tenor beim „Frankfurter Gespräch“ des Handelsblatts zum Thema „Private Equity und Hedge-Fonds – Wann platzt die Blase?“
Edgar Meister, im Vorstand der Deutschen Bundesbank zuständig für die Finanzaufsicht, weist darauf hin, dass sich die Größe und die Strukturen der Märkte durch die Hedge–Fonds und die Beteiligungsmanager dramatisch verändert hätten. „Für die heutigen Strukturen gab es noch keinen echten Belastungstest in einem ungünstigen ökonomischen Umfeld“, warnt Meister. Zwar komme die Diversifizierung der Risiken dem Bankensystem zugute. Aber die Risiken landeten dann woanders, das beschäftige die Aufseher. „Wir wissen in diesem Fall nur, dass die Risiken aus dem Bankensystem raus sind, aber wir wissen nicht, wo sie genau hingehen“, sagt Meister.
Nach Branchenschätzungen investierten Stiftungen, Pensionskassen und Versicherungen weltweit rund zwei Bill. Dollar in Hedge-Fonds – vor 15 Jahren waren es gerade einmal 100 Mrd. Dollar. Hedge-Fonds sind unregulierte Kapitalsammelstellen, die auf kurzfristige Trends und Gelegenheiten bei Devisen, Rohstoffen, Terminmärkten und Firmenübernahmen spekulieren. Aufsehen erregte in den vergangenen Monaten der Druck der Hedge-Fonds auf die Manager von ABN Amro oder auch der Deutschen Börse, ihre jeweilige Geschäftspolitik zu ändern.
Private-Equity-Manager kaufen dagegen Konzernteile oder Mittelständler, um sie im Durchschnitt drei bis sieben Jahre als Eigentümer zu führen. In dieser Zeit restrukturieren sie die Unternehmen, um sie danach zu einem höheren Preis zu verkaufen. Zuletzt wurden die Deals immer größer; KKR bot beispielsweise 29 Mrd. Dollar für den Kreditkartenabwickler First Data. Laut Private Equity Intelligence sammelten die Beteiligungsfonds für Buyouts 2006 rund 212 Mrd. Dollar ein, zusammen mit Kreditfinanzierungen können damit Unternehmen im Gesamtwert von schätzungsweise 700 Mrd. Dollar gekauft werden.
Lars Jäger, Partner beim schweizerischen Dachfondsmanager Partners Group, glaubt, dass vor allem der Druck der institutionellen Geldgeber zu einer Öffnung der Hedge-Fonds führen wird. „Das zunehmende Engagement von Pensionsfonds aus den USA, Europa und Japan in Hedge-Fonds zwingt die Fonds, mehr Transparenz zu zeigen.“ Milliardenschwere Pensionskassen wie Calpers müssten angesichts ihrer treuhänderischen Verantwortung einen tieferen Blick in Strategie und Investitionen einfordern und täten dies bereits, sagt Jäger. Als Vertreter der Investmentbanken sagte der Vorstand der UBS in Deutschland, Hermann Prelle, durch die starke Verbriefung von Forderungen seien Klumpenrisiken bei den Kreditinstituten heute eigentlich nicht mehr zu sehen. Die Banken wüssten, wo die Risiken der einzelnen Hedge-Fonds liegen, wenn sie ihnen Kapital leihen. Aber die so genannten Prime Broker seien nicht die einzigen Kreditgeber. Auch Nichtbanken befänden sich darunter. „Die dort befindlichen Risiken sind schwerer zu beurteilen und entziehen sich auch indirekt der Finanzaufsicht“, sagt Prelle.
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