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11.04.2007 

Aber nicht nur die Hedge-Fonds, auch die Private-Equity-Spieler wollen ihr Geschäftsmodell besser erklären. „Es gibt einen Konsens, dass man auf der Arbeitnehmerseite transparenter sein muss. Man vermutet bei uns ja die schlimmsten Sachen“, sagt Steven Koltes, Deutschland-Chef beim Finanzinvestor CVC. Es gebe Klärungsbedarf, schließlich sei Private-Equity im Schnitt besser als die Gesamtheit der Dax-Unternehmen, wenn es um neue Jobs gehe. Natürlich gebe es auch Einschnitte bei den gekauften Firmen, vor allem in den ersten Jahren. Aber das sei ein Prozess; Finanzinvestoren kauften und verkauften Töchter und organisierten die Firmen neu. Letztlich zählten die um all diese Prozesse bereinigten Zahlen. „Und die können wir guten Gewissens zeigen. Die Informationen zum Umsatz, dem operativen Ergebnis und den Investitionen können wir ebenfalls veröffentlichen. Darüber denken wir zurzeit nach“, sagt Koltes.

Für Bundesbank-Aufseher Meister gibt es heute schon externe Ratings für Kreditrisiken und operationelle Risiken, die man bei den Hedge-Fonds anwenden könnte. „Damit hätte man doch einen Ansatz für eine marktmäßige Lösung, die diskutiert werden sollte“, sagt Meister. Die ursprünglichen Informationen über Hedge-Fonds könnten sogar vertraulich bleiben. Die Ratingagenturen würden die Marktrisiken beurteilen und dann ihr Rating vergeben. Geänderte Geschäftsstrategien der Hedge-Fonds erfahre die Aufsicht nach einem halben Jahr, gegenüber der Ratingagentur würde das sofort mitgeteilt werden. Das Argument der Hedge-Fonds, man wechsele so schnell die Strategie, dass das keiner mitbekomme, will Meister nicht gelten lassen. Die Ratingagenturen hätten sehr wohl die Expertise, Bonitätsnoten für Hedge-Fonds anzufertigen. „Das ist doch ihr Business“, ergänzt der Aufseher. Ihm gehe es vor allem um die 100 bis 200 Fonds mit fünf bis zehn Mrd. Dollar, die sich die ganz großen Stücke des Kuchens teilen. Hier könnten Risiken für das Finanzsystem entstehen. Die anderen 8 000 Hedge-Fonds seien weniger gefährlich, da sich deren Risiken überwiegend gegenseitig aufhöben.


Die Aufpasser der Bundesbank

Bedenken: Die Finanzaufsicht der Bundesbank fürchtet, dass es durch Hedge-Fonds zu Prozessen kommt, die in ein systemisches Risiko münden. Dabei denken die Aufpasser weniger an Kreditrisiken, sondern eher an Marktrisiken. „In einem Krisenfall wissen wir gar nicht, wer bei den Hedge-Fonds die Investoren sind und wo sie sitzen, das dauert dann vielleicht viel zu lange, um alle an einen Tisch zu bringen“, sagt Edgar Meister.

Anforderungen: Die Bundesbank will wissen, wie gut das Risikomanagement der Hedge-Fonds ist. Als warnendes Beispiel gilt der Hedge-Fonds Amaranth, der 2006 in eine Schieflage geriet. Der Handel sei dabei „1 000 Kilometer entfernt“ vom Risikocontrolling gewesen. „Das war eine klare Schwäche“, so Meister. Und dann seien von zehn Mrd. rund sechs Mrd. Dollar in Energiekontrakte investiert worden, so dass eine zu große Risikokonzentration bestanden habe.


Die Analysten aus der Schweiz

Datenjäger: Dachfondsmanager wie die Partners Group werten für ihre Kunden die Strategien der Hedge-Fonds und Private-Equity-Investoren aus.

Freiwilligkeit: Hedge-Fonds-Experte Lars Jäger hofft auf die Selbstregulierung der Märkte und Verhaltensregeln. „Ein freiwilliger Verhaltenskodex für die Hedge-Fonds-Industrie ist der richtige Schritt. Mit einem nicht-öffentlichen Rating könnte sich ein Großteil der Branche sicherlich anfreunden“, greift er den Vorschlag von Bundesbank-Aufseher Meister auf. Bislang sei von Hedge-Fonds nur einmal ein Risiko für die gesamte Finanzindustrie ausgegangen. „Das war bei der Pleite von LTCM im Jahr 1998.“

Prognose: Jäger schätzt, dass 50 Prozent der Hedge-Fonds bereit sind, Informationen an unabhängige Dritte wie Ratingagenturen zu geben und so für mehr Transparenz zu sorgen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Sicht der Investmentbanker und die selbstbewussten Finanzinvestoren

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