Die Sicht der Investmentbanker
Finanzakrobatik: Die Investmentbanken machen gute Geschäfte mit Hedge-Fonds und Finanzinvestoren. Die Risiken geben sie dabei über Verbriefungen an die Kapitalmärkte weiter. „Eine weitere Möglichkeit zur Absicherung bietet der derivative Bereich. So können Kreditrisiken über so genannte Credit Default Swaps verkauft werden“, sagt Hermann Prelle von UBS. Geopolitische Risiken stellten die größten Gefahren für das globale Finanzsystem dar und nicht Hedge-Fonds und Private Equity.
Risikohunger: Der Druck auf die Manager von Hedge-Fonds und Private Equity wächst. „Zwar investieren gerade Großanleger immer mehr Geld in beide Anlagekategorien, aber die Konkurrenz steigt, die Anlagechancen und damit die Renditen sinken tendenziell. Das zwingt dazu, größere Risiken einzugehen“, hat der Top-Manager der UBS beobachtet.
Die selbstbewussten Finanzinvestoren
Verantwortung: Für Private Equity ist es laut CVC-Manager Steven Koltes ganz wesentlich, dass die soziale Verantwortung der Branche erkannt wird. Das heiße, dass man nicht „scheinverantwortlich“ handelt, sondern richtig verantwortlich sei. „Man muss es nachweisen können“, sagt der Finanzinvestor.
Abgrenzung: Hedge-Fonds sollten möglichst nicht mit ihren Strukturen ins Private-Equity-Geschäft einsteigen, warnt Koltes. Das sei zu gefährlich, denn das Geld könne nach drei Monaten abgezogen werden. „Wir bleiben dagegen auf Jahre investiert. Das ist ein großer Unterschied, hier verläuft die Trennungslinie.“
Aussichten: „Heute schauen wir uns auch solche Unternehmen an, die früher auf Grund ihrer Größe unangreifbar waren“, erläutert Koltes das neue Selbstbewusstsein der Beteiligungsbranche.

