Zinsplattform: 30 Millionen-Euro-Finanzspritze für „Weltsparen“

Zinsplattform
30 Millionen-Euro-Finanzspritze für „Weltsparen“

Der Erfolg der Internet-Zinsplattform Weltsparen zieht weitere Investoren an. Gerade hat das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro abgeschlossen – und will auch außerhalb Deutschlands wachsen.
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FrankfurtDie Zinsplattform Weltsparen, die europaweit unter Raisin firmiert, bekommt frisches Geld von Investoren – insgesamt 30 Millionen Euro. Das Geld kommt nach Angaben des Unternehmensgründers Tamaz Georgadze zu einem Großteil vom amerikanischen Risikokapitalgeber Thrive Capital, der in der Vergangenheit bereits in Startups wie Spotify, Slack oder Oscar investiert hat.

Auch bestehende Investoren wie Ribbit Capital aus Palo Alto sowie Index Ventures sollen erneut Geld zur Verfügung gestellt haben. Insgesamt hat Weltsparen nun 60 Millionen Euro Kapital eingesammelt.

Das Berliner Finanztechnologie-Start-up (Fintech) richtet sein Angebot an Kunden, die ihr Geld nicht nur auf Tages- und Festgeldkonten in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern anlegen wollen. Während Anleger dafür früher zu der jeweiligen Filiale ins Ausland reisen mussten, stellt die Plattform alle Unterlagen für die Kontoeröffnung online und in deutscher Sprache zur Verfügung.

Angetrieben wird das Geschäftsmodell von der andauernden Niedrigzinsphase. Da die Banken derzeit ohnehin günstig an Geld kommen, bieten sie den Kunden nur noch geringe Zinsen für ihre Einlagen.

Bei Banken im europäischen Ausland oder bei kleineren Banken in Deutschland sieht das anders aus. Weltsparen hat inzwischen 27 Partnerbanken, im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl verdoppelt. „Ein Teil dieser Banken bewegt sich nicht im Privatkundengeschäft und hat keine Möglichkeit außerhalb unserer Plattform Euro-Einlagen von Privatkunden einzusammeln“, erklärt Tamaz Georgadze gegenüber dem Handelsblatt. Diese Banken wollten zwischen unter Hundert Millionen und mehreren Hundert Millionen Euro über die Plattform einsammeln.

Gestartet ist die Plattform Weltsparen 2013. Zu ihren Mitbewerbern gehören die Portale Deposit Solutions und Savedo. Im vergangenen Jahr hatte Weltsparen einen besonderen Schub verzeichnet: Das Einlagevolumen verdreifachte sich dem Portal zufolge auf mehr als zwei Milliarden Euro.

„Unsere Kunden starten meist mit einem Festgeld- oder Tagesgeldkonto und eröffnen noch innerhalb des ersten Jahres ein zweites“, sagt Georgadze. Konkurrent Savedo dagegen gab zuletzt an, dass Einlagen im höheren dreistelligen Millionenbereich vermittelt worden seien – und zudem die erste Million bei der Vermittlung von Edelmetallen erreicht sei.

Insgesamt zählt Weltsparen aktuell 60.000 Kunden. Der Schwerpunkt liegt noch in Deutschland, doch vertreten ist das Fintech schon in 31 europäischen Ländern. „Wir sind gerade in Spanien gestartet und haben dort momentan drei Partnerbanken, bald werden wir auch in Italien aktiv sein“, so Georgadze. Mit dem neu eingesammelten Kapital will er die Expansion weiter vorantreiben.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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