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25.07.2007 
Vorwurf: Bilanzfälschung

Zivilklage gegen MLP eingereicht

Nach der Einstellung eines Strafverfahrens gegen den früheren MLP-Chef Bernhard Termühlen wollen Aktionäre und ehemalige Mitarbeiter nun in einer Zivilklage 32 Mill. Euro Schadenersatz von dem Finanzmakler erstreiten. Das Unternehmen gibt sich gelassen.

HB FRANKFURT. MLP habe 2000 und 2001 die Bilanzen gefälscht, lautet der Vorwurf der Kläger, wie die auf Anlegerklagen spezialisierte Kanzlei Rotter Rechtsanwälte am Mittwoch mitteilte. „Wir stehen einer möglichen Klage sehr gelassen gegenüber“, sagte ein MLP-Sprecher. Rotter versuche in gleicher Sache schon seit 2004, außergerichtlich Schadenersatz zu erhalten, was das Unternehmen ablehne. MLP stütze sich dabei auf zahlreiche Gutachten.

Die rund 30 Kläger werfen MLP vor, in den Jahren 2000 und 2001 ein Wachstum von 30 Prozent vorgespiegelt zu haben, indem Erlöse rechtswidrig durch den Verkauf von Forderungen zeitlich nach vorne verlagert wurden. Zudem seien Provisionsforderungen von Mitarbeitern mit Hilfe dieser Factoringgeschäfte als eigene Erlöse ausgewiesen worden. „Unser Ziel ist es, höchstrichterlich klären zu lassen, dass die Berater bei MLP als Scheinselbstständige beschäftigt waren und deshalb auch als Arbeitnehmer mit den dazugehörigen Sozialversicherungsleistungen hätten behandelt werden müssen“, erklärte Anwalt Klaus Rotter. Die Klagen seien vor dem Landgericht und dem Arbeitsgericht in Heidelberg eingereicht worden.

Die Kanzlei prüfe auch Schadenersatzansprüche gegen Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger und den jetzigen Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg. Sie wüssten von den Vorgängen, seien aber stets bemüht sind, Bilanzfälschungen als zulässige Gestaltungsspielräume darzustellen.“

Termühlen war in Folge der Vorwürfe 2003 zurückgetreten und durch Schroeder-Wildberg ersetzt worden. Das in Mannheim gegen ihn angestrengte Strafverfahren gegen ihn wurde allerdings im Frühjahr gegen Zahlung einer sechsstelligen Geldauflage eingestellt.

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