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11.07.2008 
Versicherungen

Zurich expandiert lieber in Spanien als in Schottland

Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich Financial expandiert lieber in Spanien als in Schottland: Statt Milliarden für eine Übernahme aufzuwenden hat es der vorsichtige Zurich-Chef James Schiro lieber etwas kleiner.

rtr ZÜRICH. Einen Tag nachdem Zurich den Rückzug aus dem Bietergefecht um das Versicherungsgeschäft der Royal Bank of Scottland (RBS) verkündet hatte, gaben die Schweizer am Freitag die Übernahme einer 50-Prozent-Beteiligung am Versicherungsgeschäft der spanischen Bank Banco Sabadell bekannt, die Zurich nach eigenen Angaben zum zweitgrößten Versicherer des Landes macht.

Für die Beteiligung, die die Geschäftsbereiche Lebensversicherung und Pensionskassen und ein Schadenversicherungsgeschäft mit einem Gesamtprämienvolumen von etwa 1,6 Mrd. Euro umfasst, zahlt Zurich 750 Mill. Euro zuzüglich einer erfolgsabhängigen Komponente von 150 Mill. Euro.

Damit müssen die Schweizer viel weniger aufwerfen als für das größere RBS-Geschäft, das Experten zufolge wohl mindestens sechs Mrd. Euro gekostet hätte. Zurich-Chef James Schiro, dem ein sehr vorsichtiges Geschäftsgebaren nachgesagt wird, erklärte denn auch, die Beteiligung widerspiegle das disziplinierte Vorgehend des Konzerns bei Akquisitionen. Den Kaufpreis kann Zurich aus eigenen Mitteln finanzieren; die Transaktion soll bis gegen Jahresende vollzogen sein. Überdies bleibt Zurich noch Geld, um sein Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen.

Zurich übernimmt die Management-Verantwortung für die gemeinsamen Gesellschaften und wird sie vollständig konsolidieren. Zugleich gehen Zurich und die viertgrößte spanische Bank eine auf 25 Jahre abgeschlossene strategische Vertriebspartnerschaft ein, die laut Schiro der Mehrkanalstrategie der Zurich entspricht. Der Banco Sabadell verfügt den Angaben zufolge über 1225 Zweigstellen und hat Zugang zu fast zwei Mill. Kunden. In den letzten vier Monaten hatte Zurich bereits zwei kleinere Übernahmen in Spanien abgekündigt.

Zurich erzielte 2007 ein Prämienvolumen von 47,5 Mrd. Dollar und kam auf einen Reingewinn von 5,6 Mrd. Dollar.

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