Sein Erfolg empfahl den 49-Jährigen, der bereits 2002 in die Konzernleitung aufgerückt war, für eine Aufgabe in Zürich, wo er als möglicher Nachfolger von Konzernchef Schiro gehandelt wird. Gegenkandidat könnte der zwei Jahre ältere Dieter Wemmer sein, der derzeit für die Finanzen des Versicherers verantwortlich ist. Wemmers und Lehmanns Wege kreuzten sich schon häufiger: Vor dreieinhalb Jahren hatte Wemmer den Kollegen als Chef des europäischen Schadensversicherungsgeschäfts beerbt. Der Finanzchef ist, was das Thema Wachstum anbelangt, etwas forscher als sein Kollege aus der Risikoabteilung. Er hatte vor einigen Monaten im Gespräch mit dem Handelsblatt von "Kaufgelegenheiten" gesprochen und auf einen gewissen "Aquisitionsdruck" verwiesen.
Den spüren auch andere in der Branche. Die Konkurrenz von nebenan beim Schweizer Versicherer Swiss Life hat darauf reagiert, indem sie die Mehrheit am deutschen Versicherungsvertrieb AWD übernommen hat. Beim mittelgroßen Basler Versicherer Baloise musste im vergangenen Jahr überraschend der Chef gehen. Er hatte zwar stets eine solide Bilanz vorlegen, aber keinen entschiedenen Wachstumsschritt vorweisen können. Ein Zusammenschluss mit der deutschen Gothaer scheiterte in diesem Jahr.
ZFS setzt dagegen unter dem voraussichtlich noch mindestens bis zum Jahr 2009 agierenden Konzernchef Schiro auf eine Strategie von Zukäufen mit überschaubarem Volumen. Schiro hatte Anfang 2002 die Leitung der damals durch Überexpansion und Aktienkrise angeschlagenen Gruppe übernommen. Jahrelang galt der Konzern als Übernahmekandidat. Das neue Selbstbewusstsein zeigt ein Beratervertrag mit dem ehemaligen britischen Regierungschef Tony Blair.

